Ärzte Zeitung online, 01.04.2014

Berlin

Heilmittelvereinbarung kurz vor dem Abschluss

In Berlin streiten die Vertragspartner noch um ein Volumen von 30.000 bis 40.000 Euro - bei einer Gesamtsumme von 248 Millionen Euro. Die Heilmittelrichtgrößen sollen um 6,5 Prozent angehoben werden.

BERLIN. Die Heilmittelvereinbarung für das laufende Jahr steht in Berlin offenbar kurz vor dem Abschluss.

Nach Angaben des Vertragsexperten aus dem Vorstand der KV Berlin liegen die Vorstellungen von KV und Kassen noch um 30.000 bis 40.000 Euro auseinander. Bei einem Gesamtvolumen von rund 248 Millionen Euro ist diese Differenz "nicht mehr so schlimm", sagte Bratzke der Vertreterversammlung.

Streit gibt es offenbar noch um die Frage, ob die auf Bundesebene identifizierte Wirtschaftlichkeitsreserve, die das Volumen um 0,5 Prozent mindert, basiswirksam wird. "Wenn diese 0,5 Prozent basiswirksam sind, dann ist damit für alle Ewigkeit unsere Pflicht zur Hebung von Wirtschaftlichkeitsreserven erschöpft", so Bratzke.

Veränderte Altersstruktur wird berücksichtigt

Festgelegt ist nach seiner Darstellung, dass die Preisentwicklung in diesem Jahr mit 2,02 Prozent berücksichtigt wird.

Die Steigerung gemäß bundesweiter Rahmenvorgabe beträgt 3,25 Prozent. Für Zahl und Altersstruktur der Versicherten gibt es in Berlin ein Plus von 1,43 Prozent.

Einigkeit scheint auch über die Heilmittelrichtgrößen zu bestehen. Sie steigen den Angaben zufolge um 6,5 Prozent. Für viele Fachgruppen gelten sie weiterhin nicht, unter anderem für die fachärztlichen Internisten.

Als Praxisbesonderheiten werden neben den auf Bundesebene vereinbarten Faktoren auch die speziellen Berliner F-Diagnosen anerkannt, vor allem bei den Kinderärzten.

Neuer Honorarvertrag ist unterzeichnet

Weitere Entwicklungen im Vertragsgeschäft der KV Berlin nach Bratzkes Angaben:

- Der im vergangenen Herbst vereinbarte Honorarvertrag für 2014 ist schließlich unterzeichnet.

- Den Betreuungsstrukturvertrag mit der AOK Nordost, der unter anderem die Kodierungsqualität bei bestimmten Diagnosen verbessert, wertet Bratzke als Erfolg. 177 weitere Diagnosen kommen hinzu.

- Den Verträgen zur Hausarztzentrierten (HZV) und zur Kinderärztlichen Versorgung mit dem BKK Landesverband Mitte sind 87 BKKen beigetreten.

- Ein Schiedsverfahren wird es zur Bereinigung der Gesamtvergütung für die HZV mit den Ersatzkassen geben. Sie wollen im Gegensatz zu dem, was die KV mit anderen Kassen vereinbart hat, nur bei Hausärzten, nicht auch bei Fachärzten bereinigen.

- Der Vertrag nach Paragraf 73 c SGB V zur Active Surveillance bei Patienten mit Prostatakarzinom mit der AOK Nordost, der zum 1. April in Kraft treten sollte, hängt laut Bratzke in den AOK-Gremien in der Warteschleife. Vorgesehen ist eine Vergütung von mehr als 40 Euro für Erstgespräche und 30 Euro für Beratungsgespräche einmalig pro Quartal. (ami)

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