Ärzte Zeitung, 24.09.2014

Nordrhein

Unterschiede in der Vergütung wachsen

Die Honorare der Hausärzte steigen, die der Fachärzte sinken. - Eine Herausforderung für die innerärztliche Solidarität.

DÜSSELDORF. In der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNo) entwickeln sich die Honorare von Hausärzten und Fachärzten in unterschiedliche Richtungen.

Während die Honorare der Hausärzte im bundesweiten Vergleich erstmals leicht über dem Bundesdurchschnitt lägen, sei die Situation im fachärztlichen Bereich "weiterhin desaströs", sagte Dr. Frank Bergmann auf der KVNo-Vertreterversammlung in Düsseldorf.

Bergmann ist Vorsitzender der Vertreterversammlung und des Hauptausschusses der KVNo. Bei den nordrheinischen Fachärzten bleibe die Schere zu den übrigen Bundesländern und dem Bundesdurchschnitt weit offen.

 "Ich habe das allergrößte Verständnis für nahezu jede Gruppierung, die ihren Unmut über diese Zumutung in Nordrhein zum Ausdruck bringt", betonte er.

Bergmann: "Der Druck, der sich in den einzelnen Fachgruppen aufbaut, stellt mittlerweile die innerärztliche Solidarität auf eine Zerreißprobe." Bergmann stellte die Fallwerte der einzelnen Fachgruppen für das vierte Quartal 2014 vor.

Mit Ausnahme der Angiologen, deren Fallwert gegenüber dem vierten Quartal 2013 von 38,84 Euro auf 43,77 Euro steigt, müssen alle anderen Fachärzte einen Rückgang hinnehmen.

Er reicht von 0,85 Prozent bei den FacharztInternisten ohne Schwerpunkt bis zu 26,98 Prozent bei den Fachärzten für Physikalisch-Rehabilitative Medizin. Bei den fachärztlichen Grundversorgern gehen die ohnehin schon geringen Fallwerte weiter zurück.

Bei den Gynäkologen sinkt der Fallwert um 11,49 Prozent auf 17,58 Euro, bei den Orthopäden um 11,23 Prozent auf 21,26 Euro und bei den Augenärzten um 7,50 Prozent auf 14,52 Euro.

Die HNO-Ärzte verzeichnen gegenüber IV/2013 ein Minus von 6,38 Prozent auf 25,31 Euro, bei den Urologen gibt es einen Rückgang um 6,07 Prozent auf 15,18 Euro.

Die nordrheinischen Hausärzte dagegen erreichen einen Fallwert von 40,21 Euro, verglichen mit 38,72 Euro im Vorjahr. Bei den Kinder- und Jugendärzten erhöht sich der Fallwert von 37,38 Euro auf 39,64 Euro. (iss)

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