Ärzte Zeitung, 16.01.2015

Westfalen-Lippe

Grönemeyer soll sich erklären

Der prominente Facharzt Professor Dietrich Grönemeyer soll Medienberichten zufolge unerlaubte Zuweiserprämien gezahlt haben. Die Kammer bittet um Stellungnahme.

KÖLN. Der Bochumer Mediziner Professor Dietrich Grönemeyer muss sich vor der Ärztekammer Westfalen-Lippe verantworten. Die Kammer will prüfen, ob der Radiologe unerlaubte Prämien an niedergelassene Ärzte gezahlt und damit gegen das Berufsrecht verstoßen hat.

Diesen Vorwurf hatte das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" erhoben. Grönemeyer soll jeweils eine Pauschale von 100 Euro an Ärzte gezahlt haben, die ihm Patienten überwiesen hätten. Die Ärztekammer hat jetzt eine Stellungnahme von Grönemeyer angefordert.

Der Arzt betreibt in Bochum das Grönemeyer Institut, eine Privatklinik, die sich auf die ambulante und interdisziplinäre Behandlung von Rücken und Wirbelsäule mittels mikroinvasiver Therapie spezialisiert hat.

Sondervereinbarungen mit der TK?

Seit einiger Zeit bestünden jedoch mit einigen gesetzlichen Krankenkassen Sondervereinbarungen, darunter der Techniker Krankenkasse. Die TK gibt an, von etwaigen Sondervergütungen an überweisende Mediziner nichts gewusst zu haben.

Die Kasse schreibt in einer Stellungnahme: "Das Grönemeyer Institut erhält von der TK pauschalisierte Vergütungen für die im Vertrag festgelegten Leistungen. Von diesen Pauschalen darf das Grönemeyer Institut keinen Betrag abzweigen und eine Leistung an einen niedergelassenen Arzt delegieren."

Das Grönemeyer Institut war bislang für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. (acg)

[16.01.2015, 12:08:46]
Dr. Christian Schulze 
Arztbriefe erstellen wäre auch mal ganz schön seitens des Grönemeyer Institus
Mein Patient, der dort behandelt wurde, erhielt bis heute keinen Arztbrief und die Behandlung hat auch nicht wirklich was gebracht. Das ist für die lange Anfahrt und Wartezeit mehr als ernüchternd für alle Beteiligten unabhängig von den ungewissen Geldflüssen. So stellt sich die Leistung in meinen Augen als wertlos dar und sollte ohne Arztbrief gar nicht vergütet werden. zum Beitrag »
[16.01.2015, 09:52:16]
Dr. Wolfgang Bensch 
Redaktionsschluss und Erreichbarkeit
Da handelt es sich um einen ganz grossen Notfall - praktisch der grösste anzunehmende GO mit der SPIEGEL-Meldung für Grönemeyer - und sein Institut ist nicht erreichbar ...
Ja, was soll man denn da noch sagen? zum Beitrag »
[16.01.2015, 08:19:11]
Dr. Hartwig Raeder 
Juristischer Unsinn
Eine Krankenkasse darf einem Institut "das Abzweigen von Beträgen" nicht verbieten. Eine entsprechende Vertragsklausel wäre sittenwidrig und damit gegenstandslos, weil der Begriff des Abzweigens viel zu unbestimmt ist. zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Künstliche Herzklappe raubt oft den Schlaf

Fast ein Viertel aller Patienten mit einer mechanischen Herzklappe klagt über Schlafstörungen. Die Ursache hat eine einfache Erklärung. mehr »

Das sind die Wünsche an die neue Weiterbildung

Am Freitag steht die Musterweiterbildungsordnung auf der Agenda des Deutschen Ärztetags. Wir haben dazu drei junge Ärzte und den BÄK-Beauftragen Bartmann befragt. mehr »

"Sportlich, unrealistisch, überkommen"

Am Donnerstagnachmittag debattiert der Deutsche Ärztetag über die GOÄ-Novellierung. Unsere Video-Reporter haben sich vorab dazu umgehört. mehr »