Ärzte Zeitung, 18.03.2015

Reisemedizin

Schutzimpfungen meist GOÄ-Leistung

Neu-Isenburg. Die Reisezeit naht, eine Impfberatung wird von den Patienten oft eingefordert, aber häufig aus Kulanz gegenüber dem Patienten nicht abgerechnet.

Darauf weist der Verband der Privaten VerrechnungsStellen (PVS) hin mit der Frage, warum die Leistung nicht berechnet werden solle, wenn sie doch erbracht wurde.

Die Gebührenziffer 1 (Beratung - auch via Telefon - mit 80 Punkten) oder die Ziffer 3 (eingehende, das gewöhnliche Maß übersteigende Beratung - mindestens 10 Minuten Dauer mit 150 Punkten) können für das Impfgespräch laut PVS zum Einsatz gebracht werden.

Bei Impfgesprächen, die für eine Urlaubsreise erforderlich sind, handelt es sich um eine IGeL. Ärzte sollten bereits im Voraus Konflikte mit Ihren Patienten vermeiden, indem Sie ankündigen, dass sie für die Leistung eine Privatrechnung nach GOÄ erhalten werden, rät die PVS.

IGeL, die Vertragsärzte Kassenpatienten gegenüber erbringen, erfordern nach dem Bundesmantelvertrag zwingend einen schriftlichen Behandlungsvertrag.

Diese schriftliche Vereinbarung muss sich auf den Einzelfall beziehen, so die PVS. Ein formloses Schriftstück ohne konkrete Einzelheiten (GOÄ-Ziffer, Punktwert, Faktor, Leistungslegende sowie Betrag) würde den Bestimmungen des Arztrechtes widersprechen und den Anspruch auf Erstattung der Kosten hinfällig werden lassen. Die Aufklärung des Patienten im Detail ist also gefragt. (maw)

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