Ärzte Zeitung online, 22.05.2015

Ab Oktober

Höhere Vergütung für humangenetische Beratung

Humangenetische Beratungen und Beurteilungen werden ab Oktober 2015 höher vergütet. Das gab die KBV bekannt.

BERLIN. Ärzte, die eine humangenetische Beratung und Beurteilung vornehmen, erhalten ab Oktober dafür ein höheres Honorar.

KBV und GKV-Spitzenverband haben sich im Bewertungsausschuss auf neue Gebührenordnungspositionen geeinigt, wie die KBV bekannt gab.

Demnach werden zum 1. Oktober 2015 mehrere neue Gebührenordnungspositionen geschaffen: Es sind die EBM-Ziffern 11233 bis 11236.

Wie die KBV meldet, sind nach einer Basisleistung (GOP 11233) für eine Beratung und Beurteilung bis zu 20 Minuten Dauer Zuschläge mehrfach berechnungsfähig, die den Aufwand nach medizinischen Kriterien differenzieren. Damit würden die Leistungen insgesamt deutlich höher bewertet, heißt es in einer Mitteilung.

Die alten Gebührenordnungspositionen 11231, 11232 und 11220 fallen nach KBV-Angaben weg. (eb)

[25.05.2015, 10:37:31]
Dr. Hanns-Georg Klein 
Erneut drastische Kürzungen bei humangenetischer Diagnostik
Die Pläne der Spitzenverbände, die humangenetische Beratung aufzuwerten und dies durch eine erneute drastische Kürzung bei der Diagnostik "gegenzufinanzieren" bedeutet nicht nur eine Existenzgefährdung für die niedergelassenen humangenetischen Einrichtungen, die den Großteil der Patientenversorgung aufrecht erhalten, sondern auch eine dramatische Verschlechterung der Versorgung für Familien mit seltenen Erkrankungen und Kinder mit unklaren Entwicklungsverzögerungen. Eine Beratung ohne effiziente Diagnostik ist ebenso absurd, wie der Beginn einer Therapie ohne zu wissen, was der Patient eigentlich hat. Die aktuellen Pläne konterkarieren auch die politischen Bemühungen z.B. der ACHSE, Menschen mit seltenen Erkrankungen endlich mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Diese Beschluss sollte einen Sturmlauf der Selbsthilfegruppen und der niedergelassenen Humangenetiker auslösen! Eine Aufwertung der Beratung ohne weitere Kürzungen der Diagnostik ist ebenso erforderlich wie die Einbettung neuer diagnostischer Verfahren (Next Generation Sequencing) in den EBM. Deutschland droht bei der Versorgung dieser Patienten international den Anschluss zu verlieren und straft diejenigen ab, die sich darum bemühen, neue diagnostische Verfahren verantwortungsvoll und im Sinne der Patienten einzusetzen. Hier wird massiven Fehlentwicklungen Vorschub geleistet. So kann es nicht weiter gehen! HGK zum Beitrag »

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