Ärzte Zeitung, 21.09.2015

BVMed

"Wunddialog" soll Ärzten bessere Vergütung bringen

Der Branchenverband BVMed setzt sich für eine höhere Vergütung der Versorgung von Patienten mit chronischen Wunden ein.

BERLIN. In Deutschland leben rund 1,5 Millionen Menschen, die unter einer chronischen Wunde leiden. Experten gehen davon aus, dass ihre Zahl entsprechend dem demografischen Wandel und dem Anstieg an Zivilisationskrankheiten wie Diabetes mellitus zukünftig stark zunehmen wird.

Schon jetzt zeigt sich nach Ansicht des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed) allerdings, dass die vorhandenen Versorgungsstrukturen weder dem aktuellen Stand medizinischer Forschung entsprechen, noch eine kostendeckende Behandlung zulassen.

Der BVMed setze bei der Verbesserung der Versorgungsstrukturen für Patienten mit chronischen Wunden daher auf Dialogforen und "Best Practice"-Beispiele.

"Nur verbesserte Versorgungsstrukturen können Behandlungsengpässe verhindern und die Zahl chronischer Wundpatienten dauerhaft reduzieren", verdeutlicht BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt.

Mit einem "Wunddialog" am 1. Dezember 2015 in Berlin verstärkt der Interessenverband nun seine Aktivitäten "für eine moderne phasengerechte Wundversorgung in interdisziplinären Strukturen".

Größere, regionale Netze

Die Hersteller moderner Wundversorgungsprodukte im BVMed wollen im Rahmen des Wunddialogs unterschiedliche beispielhafte Ansätze interdisziplinärer Versorgungsstrukturen zur Diskussion stellen und so den Erfahrungsaustausch aller Beteiligten im Gesundheitssystem initiieren.

In Form von Vorträgen und Diskussionen sollen am 1. Dezember 2015 neue Lösungsansätze für die Versorgung chronischer Wunden aufgezeigt werden.

Obwohl die Probleme der behandelnden Ärzte und Institutionen seit Jahren bekannt seien, werde die einzelne Wundbehandlung mit einem Kostenfaktor abgerechnet, der einer Behandlungsdauer von maximal zehn Minuten entspricht.

Die Realität aber sehe anders aus: Eine professionelle, phasengerechte Wundbehandlung dauere einschließlich fachgerechter Reinigung zwischen 30 und 40 Minuten. Sie sei für die Versorger somit defizitär, sofern sie keine Sondervergütungen mit den Kostenträgern ausgehandelt hätten.

Dies ist laut BVMed wiederum meist nur im Rahmen größerer, regionaler Netzwerke möglich. Viele Praxen zögen sich daher aus der Wundbehandlung zurück, was dazu führe, dass Patienten mit chronischen Wunden allein gelassen würden. (maw)

Infos zum Wunddialog des BVMed unter www.info-wundversorgung.de

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