Ärzte Zeitung, 28.09.2015

Psychotherapeuten

Anpassung der Honorare ist "willkürlich"

NEU-ISENBURG. Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) hält die Erhöhung der psychotherapeutischen Honorare für "äußerst unbefriedigend".

Die Kriterien für die Anpassung an die Entwicklung der ärztlichen Honorare seien an vielen Stellen "nicht nachvollziehbar und willkürlich", kritisiert die BPtK in einer Mitteilung.

"Für die regelmäßige Anpassung ist eine gesetzliche Präzisierung der Regelungen im SGB V notwendig", fordert BPtK-Präsident Dr. Dietrich Munz.

Nach mehrjährigen Beratungen hatte der Erweiterte Bewertungsausschuss in der vergangenen Woche eine Anhebung der Vergütung genehmigungspflichtiger Leistungen rückwirkend ab 2012 beschlossen.

Bei der Überprüfung der Honorare hätten die Krankenkassen und KVen die Höhe der Vergütung "systematisch nach unten gerechnet", moniert die BPtK in ihrer Mitteilung.

Für die Anpassung der psychotherapeutischen Honorare würden diese mit ärztlichen Honoraren verglichen.

"Dabei wurden jedoch nicht mehr die besser verdienenden Facharztgruppen der Augenärzte und Orthopäden berücksichtigt. Weiterhin wurden den Berechnungen veraltete Daten aus der Kostenstrukturanalyse von 2007 zugrunde gelegt."

Darüber hinaus wäre laut BPtK auch für die Jahre 2010 und 2011 eine Korrektur erforderlich gewesen. (jk)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »