Ärzte Zeitung, 04.11.2015

Kommentar zur neuen GOÄ

Der Vorhang lüftet sich

Von Hauke Gerlof

Der Vertrauensvorschuss, den die Spitze der Bundesärztekammer in Sachen GOÄ-Novelle von den Ärztetagen in den vergangenen Jahren bekommen hat, ist beachtlich. Doch das Vorhaben kam lange kaum voran. Jetzt beginnt sich der Vorhang zu lüften.

Klar ist immerhin der von der PKV und der BÄK angestrebte Starttermin für die neue GOÄ: der 1. Oktober 2016. Aus dem Paragrafenwerk, das jetzt der "Ärzte Zeitung" vorliegt, geht hervor, dass das Verhältnis zwischen Arzt und Patient bei der Privatbehandlung voraussichtlich stärker reglementiert werden wird, als das bisher der Fall war, zum einen bei der Aufklärung über die Kosten, aber auch bei Steigerungssätzen, bei denen es offenbar nur noch den Faktor 2 geben soll.

Wie schmerzhaft diese stärkere Reglementierung für die Ärzte am Ende sein wird, wird sich dann zeigen, wenn alle Details der neuen Gebührenordnung bekannt sind, vor allem die Legenden und Bewertungen der Leistungen.

Dabei sollte der BÄK-Spitze klar sein: Auch wenn die Diskussion laut und aufbrausend werden könnte, jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, um die Details transparent zu machen. Sonst könnte es am Ende zu spät sein, Fehler noch rechtzeitig vor Inkrafttreten des neuen Gebührenwerks zu korrigieren.

Lesen Sie dazu auch:
Neue GOÄ: Einschränkungen beim Gebührenrahmen drohen

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBV drücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Auch mit Kind zügig möglich"

Eine Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »