Ärzte Zeitung, 10.11.2015

Honorar-Reform

BÄK will Streit um GOÄ entschärfen

Die Bundesärztekammer plant eine Info-Veranstaltung, um GOÄ-Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Doch der Streit schwelt weiter.

NEU-ISENBURG. Nach teilweise heftiger Kritik am geplanten Paragrafenteil der neuen GOÄ aus Ärzteverbänden und Forderungen nach einem außerordentlichen Ärztetag will die Bundesärztekammer eine Informationsoffensive starten.

Am 24. November soll eine Info-Veranstaltung in Berlin für die berufenen Mitglieder der Deutschen Akademie für Allgemeinmedizin bzw. Deutschen Akademie der Gebietsärzte Licht ins Dunkel bringen.

Bei der Veranstaltung will die BÄK "über wesentliche Fortschritte zur Novellierung der GOÄ informieren und eventuelle Missverständnisse aus der Medienberichterstattung ausräumen", heißt es in der Einladung zur Veranstaltung.

Auch SpiFA will außerordentlichen Ärztetag

Auf Anfrage der "Ärzte Zeitung" zeigte sich Dr. Theodor Windhorst, GOÄ-Verhandlungsführer der BÄK, zuversichtlich, "auch ohne außerordentlichem Ärztetag die Probleme gelöst zu kriegen". Die Geheimhaltung in den vergangenen Monaten sei für die betroffenen Ärzte sicher schwierig, sie sei aber notwendig gewesen, so Windhorst weiter.

Die Debatte über die neue GOÄ wird derweil in der Ärzteschaft weiter kontrovers geführt. Dr. Dirk Heinrich, Vorsitzender des Spitzenverbandes der Fachärzte (SpiFA) sieht angesichts der "anstehenden fundamentalen Entscheidungen zur neuen GOÄ" ebenso wie der BDI die Notwendigkeit gegeben, einen außerordentlichen Ärztetag einzuberufen.

"Der Verhandlungsstand muss auf den Tisch, das kann nicht mehr in kleinen Zirkeln entschieden werden", forderte Heinrich. Zudem sei die Informationsveranstaltung viel zu kurzfristig bekannt gegeben worden: "So hopplahopp kann man das nicht machen."

Der Hartmannbund-Vorsitzende Dr. Klaus Reinhardt riet dagegen "dringend zu politischem Realitätssinn". "Auch wenn das manchmal schwerfällt, sollten sich alle Beteiligten noch einmal vor Augen führen, dass die GOÄ am Ende keine basisdemokratische Veranstaltung ist und ein Verhandlungsergebnis ohne die Zustimmung der Großen Koalition blanke Theorie bleiben wird", so Reinhardt auf Anfrage der "Ärzte Zeitung".

Der Wunsch nach einem Dialog über die Grundstrukturen der neuen GOÄ sei "nachvollziehbar". Die Debatte darüber solle allerdings nicht öffentlich geführt werden. "Öffentliche Diskussionen über nicht konsentierte Teilergebnisse" seien "schädlich und nicht sachgerecht". (ger)

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