Ärzte Zeitung, 03.12.2015

Regelleistung

KV Nordrhein führt neue Systematik ein

Der neue Honorarverteilungsmaßstab der KVNo bringt eine Umstellung der Fallzahlsystematik.

DÜSSELDORF. In der KV Nordrhein wird die Systematik der Regelleistungsvolumina (RLV) und der qualifikationsgebundenen Zusatzvolumina (QZV) für die Hausärzte ab kommendem Jahr auf die aktuellen Fallzahlen umgestellt.

Damit komme die KV einem Wunsch des Hausärzteverbands nach, sagte der Vorsitzende des HVM-Ausschusses Dr. Frank Bergmann auf der KVNo-Vertreterversammlung in Düsseldorf.

Ziel der Maßnahme sei die Stärkung der Versorgungslage im hausärztlichen Versorgungsbereich. "Die aktuelle Fallzahl kann mehr Flexibilität und Handlungsfreiheit im Praxisalltag schaffen", erläuterte Bergmann.

Dadurch könnte das Antragsverfahren für bestimmte Fallzahlentwicklungen entfallen - etwa bei Schließung einer Praxis im Umfeld. Das Bereinigungsverfahren bei Selektivverträgen würde einfacher.

Nach Angaben Bergmanns erhalten Haus- und Kinderärzte künftig keine RLV-Mitteilung mehr, sondern vor Beginn eines Quartals wird ein kalkulatorischer Fallwert bestimmt und auf der KVNo-Homepage veröffentlicht.

Der bei der Abrechnung auf Basis der aktuellen Fallzahl errechnete Fallwert dürfe den kalkulatorischen um maximal fünf Prozent unterschreiten. "Sofern eine Arztgruppe ihre Fallzahl um mehr als fünf Prozent steigert, unterliegt diese Arztgruppe einer Fallzahlzuwachsbegrenzung", sagte er.

Die Konsequenz: Liegt die Arztgruppe um mehr als fünf Prozent über dem Vorjahresquartal, kann jeder einzelne Arzt seine Vorjahresquartalsfallzahl um maximal fünf Prozent erhöhen.

In den ersten 16 Niederlassungsquartalen greift die Begrenzung allerdings nicht. Wenn Hausärzte mit ihrem Fallwert unter dem Fachgruppendurchschnitt liegen, dürfen sie bis zum Durchschnitt wachsen.

Laut Bergmann ergibt sich in einer rückblickenden Betrachtung, dass die Fallzahlbegrenzung bei Hausärzten seit 2009 lediglich in einem Quartal zur Anwendung gekommen wäre, bei Kinderärzten in drei Quartalen. "Eine Anpassung des fachärztlichen Versorgungsbereichs wird nicht vorgenommen", sagte er.

Die Fallzahlentwicklung bei den Fachärzten sei wesentlich heterogener, erläuterte der Vorsitzende des HVM-Ausschusses. Und: "Die derzeitige Finanzsituation im fachärztlichen Versorgungsbereich lässt keine Flexibilität für eine Änderung der RLV/QZV-Systematik zu." (iss)

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