Ärzte Zeitung, 03.02.2016

Angestellte Ärzte

Spitze unter den Spitzenverdienern

Unter den Angestellten in der freien Wirtschaft sind Ärzte die Spitzenverdiener. Doch das Gehalt hängt auch wesentlich von Geschlecht und Region ab.

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Keiner verdient mehr: Ärzte stehen an der Spitze des aktuellen Gehaltsrankings.

© bluedesign / Fotolia

DÜSSELDORF. Ein abgeschlossenes Medizinstudium dient in der Regel als Türöffner für eine gute berufliche Karriere als Angestellter in der freien Wirtschaft.

Das bestätigt nicht zuletzt der jüngst veröffentlichte Gehaltsreport 2016 der Online-Stellenbörse StepStone, der der "Ärzte Zeitung" vorliegt.

Ärzte stehen demnach mit 64.110 Euro durchschnittlichem Bruttojahresgehalt nach wie vor an der Spitze des Gehaltsrankings. Den zweiten Platz erobern in diesem Jahr Juristen (63.100 Euro), gefolgt von Ingenieuren (61.100 Euro) und IT-Fachkräften (57.900 Euro).

Das Durchschnittsgehalt von Fach- und Führungskräften in Deutschland bleibt laut StepStone im Vergleich zum Vorjahr unverändert - bei rund 52.000 Euro brutto. Mit rund drei Prozent am stärksten seien die Gehälter für Fachkräfte in den Bereichen Medizintechnik, Chemie sowie bei Banken und Pharmaunternehmen gestiegen.

Für den Gehaltsreport hat StepStone nach eigenen Angaben die Gehaltsdaten von rund 50.000 Fach- und Führungskräften ausgewertet, die an einer Online-Befragung teilgenommen haben.

Abhängig von der Betriebsgröße

Die angegebenen Durchschnittsgehälter sind Bruttojahresgehälter inklusive aller variabler Bezüge - wie Boni, Prämien, Weihnachtsgehalt usw. Aus Gründen der Vergleichbarkeit seien nur Angaben von Arbeitnehmern in Vollzeit berücksichtigt worden.

Das Gehalt, das Mediziner als Angestellte in Unternehmen - Kliniken sind hierbei berücksichtigt - erzielen können, hängt unter anderem von der Betriebsgröße ab. So beziffert der Gehaltsreport das Jahresgehalt in Firmen von einem bis 500 Mitarbeitern auf 58.321 Euro, bei Unternehmen zwischen 501 und 1000 Mitarbeitern beträgt das Durchschnittssalär bereits 65.543 Euro, 77.841 Euro sind es bei Arbeitgebern in der Größenordnung von mehr als 1000 Mitarbeitern.

Ein deutlicher Unterschied ergibt sich bei der Betrachtung nach dm Geschlecht. So kommen angestellte Ärztinnen in Unternehmen im Schnitt auf 56.143 Euro, ihre männlichen Kollegen schaffen es auf 73.858 Euro. Ursachen für diese Disparität wurden im Gehaltsreport nicht hinterfragt.

Brandenburg ist das Schlusslicht

Nach Bundesländern betrachtet, verdienen Ärzte als Angestellte mit im Schnitt 69.540 Euro am meisten in Rheinland-Pfalz, gefolgt von Bayern (66 389 Euro) und Baden-Württemberg (66.167 Euro). Die Schlusslichter bilden Berlin (57.717 Euro), Sachsen-Anhalt (57 500 Euro) und Brandenburg (57.000 Euro).

Im Schnitt verdienen Ärzte mit mehr als zehn Jahren Berufserfahrung in Kliniken 83.734 Euro pro Jahr. (maw)

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[29.02.2016, 14:40:39]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
STEP-STONE-GEHALTSREPORT sagt etwas völlig Anderes!
Unter - http://www.stepstone.de/gehaltsreport/pdf/StepStone_Gehaltsreport_2016.pdf - problemlos nachzulesen.

Grundlage dieser Online-Ermittlungen war der: "StepStone Gehaltsreport - StepStone hat im Herbst 2015 eine Online-Befragung zum Thema Gehalt durchgeführt. Rund 50.000 Fach- und Führungskräfte haben an dieser Umfrage teilgenommen."

Im Branchen-Ranking als "Top-Branchen" führen jedoch
1. "Banken" mit 64.100 € und
2. "Finanzdienstleister" mit 63.720 € Jahresbruttogehalt.

"Medizin (und Zahnmedizin)" liegen bei 64.110 € bzw. "Rechtswissenschaften" bei 63.901 € pro Jahr der einzelnen beruflichen Qualifikationen.

Step-Stone, Öffentlichkeit, Funktionären und Medien ist offensichtlich völlig entgangen, dass nur und ausschließlich Mediziner z u s ä t z l i c h Nacht- und Wochenend-Dienste bzw. Bereitschaftsdienste und 3-Schicht-Systeme (Intensiv, OP, Transplantation) machen müssen.

Das tun angestellte Führungs- und Fachkräfte in allen anderen Branchen des "GEHALTSREPORT 2016 FÜR FACH- UND FÜHRUNGSKRÄFTE" definitiv nicht.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund (z. Zt. Mauterndorf/A) zum Beitrag »
[03.02.2016, 12:10:44]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Warum so negativ??? Ich gönn es ihnen.
Die Überschrift könnte auch lauten Ärzte sind am fleißigsten!
Ein Vergleich der Stundenlöhne wäre jedenfalls fairer, dann relativiert sich auch der unsinnige "Geschlechterkampf".
Welcher akademische Beruf hat denn noch Nachtdienst, oder Wochenenddienst?
Die niedergelassenen Selbständigen sind jedenfalls noch schlechter dran,
ihre ärztliche Tätigkeit ist viel zu stark sachfremd fremdgesteuert, natürlich über die Bezahlung,
medial berichtet wird nur über Umsatz.
Auch hier sollte man wie z.B. bei Juristen die Stundenlohnberechnung erlauben. zum Beitrag »

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