Ärzte Zeitung, 12.05.2016

Dienstleister:

Honorarärzte-Protest gefordert

Personaldienstleister machen mobil gegen die geplante Neuregelung der Zeit- und Werkverträge.

BERLIN. Die Allianz für selbstständige Wissensarbeit (ADESW) ruft Honorarärzte auf, sich in Berlin an Protest-Aktionen gegen die aktuelle Neuregelung der Zeit- und Werkverträge zu beteiligen.

Das Bündnis vereint nach eigenen Angaben führende Dienstleister für den projektbasierten Einsatz hoch qualifizierter, selbstständiger Wissensarbeiter sowie hierzu assoziierte Partner und fordert Gerechtigkeit für freiwillig Selbstständige.

"Alle reden über Missbrauch, kaum einer über die Zukunft von hoch qualifizierten Experten, die unser Land so dringend braucht", kritisiert ADESW-Sprecher Carlos Frischmuth.

Die freiwillige Selbstständigkeit von zum Beispiel Honorarärzten solle gesetzlich endlich klar geregelt werden, so die Forderung. Betroffen seien mindestens 300.000 freiwillig Selbstständige, die dies auch bleiben wollten. Sie verdienten in der Regel mehr als 50.000 Euro im Jahr, seien nicht schutzbedürftig und forderten endlich Rechtssicherheit.

"Frau Nahles sieht überall nur Missbrauch, aber nicht die Chancen, die ein moderner Arbeitsmarkt hoch qualifizierten Experten bietet", so Frischmuth weiter. Die Personaldienstleister forderten deshalb von der Politik, den Gesetzentwurf zur Regulierung der Zeit- und Werkverträge in seiner aktuell diskutierten Form nicht zu verabschieden.

Mit der crossmedialen Kampagne "Experten-Arbeit stärken" kämpfen IT-Spezialisten, Ingenieure, Honorarärzte, Unternehmensberater oder Interim-Manager gemeinsam für ihre Zukunft - mit Protest-Briefen, Protest-Plakaten und personalisierten Anschreiben an alle Politiker des Bundestags, sowie in Zeitungsanzeigen, auf Social-Media-Kanälen und auf Plakaten im politischen Berlin.

"Wer fair bezahlt wird und selbst für sein Alter vorsorgt, der muss selbstständig sein können und darf nicht mehr dem derzeit gängigen Bürokratie-Wahnsinn ausgesetzt werden", so Frischmuth. Die behördlichen Prüfverfahren zur Selbstständigkeit stammten noch aus dem letzten Jahrhundert und müssten jetzt dringend modernisiert werden.

Die aktuell diskutierten neuen Arbeitsmarktgesetze seien einzig und allein auf Menschen mit geringen Einkommen ausgerichtet, kritisiert er. (maw)

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