Ärzte Zeitung, 11.07.2016

EBM-Änderungen

Updates werden online nachgereicht

NEU-ISENBURG. Vertragsärzte, die bereits im 3. Quartal die neuen Leistungen aus den Kapiteln 37 (Pflegeheimversorgung) und 38 (Delegation, NäPA für Fachärzte) im EBM abrechnen wollen, finden die entsprechenden Ziffern noch nicht in der Praxis-EDV, auch nicht im Update für das dritte Quartal.

Offenbar haben die Praxis-EDV-Hersteller noch immer keine offiziellen Informationen über die Ende Juni gefassten Beschlüsse erhalten. Das geht aus einer Befragung von Softwarehäusern durch die "Ärzte Zeitung" in der vergangenen Woche hervor.

Von Marktführer CompuGROUP Medical ist zu hören, dass man auf die Infos wartet, um die Änderungen dann so schnell wie möglich zur Verfügung zu stellen. Etwas konkreter sind die Informationen von medatixx: "Wir werden unseren Kunden die Lieferung im Rahmen eines Online-Updates so bald als möglich, nach der Lieferung der KBV an uns zur Verfügung stellen", sagt Petra Gebenroth-Müller vom Produktmanagement des Unternehmens.

Keine alternativen zum Online-Update

Nach Informationen aus der KBV könne die Lieferung der Daten noch bis zum 15. Juli auf sich warten lassen. Sobald die Daten bereit stehen, könnten die Kunden sie dann einspielen. Etwa 80 Prozent der Kunden bezögen mittlerweile ein Online-Update. "Die restlichen Kunden erhalten die Änderungen im Rahmen des nächsten regulären Quartalsupdates", so Gebenroth-Müller.

Auch Dr. Erich Gehlen vom genossenschaftlich organisierten Softwarehaus Duria sieht keine Alternative mehr zu Online-Updates: "Wir stellen viele Erweiterungen oder Korrekturen im Laufe eines Quartals so schnell wie möglich bereit", so Gehlen. Es liege dann am Arzt, ob und auf welche Weise er sich diese Versionen ziehe (per USB-Stick von "zu Hause" oder direkt am Internet hängend). Das Einspielen nach Duria sei dann wieder normiert.

Etwa 40 Prozent der Praxen ziehen sich diese Ergänzungen. Die Online-Updates gehen inzwischen auch schon in Richtung Arzneimittelmodul: "Mittlerweile stellen wir auch die Preisupdates von Präparaten, wir setzen die MMI-Datenbank ein, 14-tägig zur Verfügung", so Gehlen. Auch andere Häuser bieten Ärzten diesen Service.

Hersteller arbeitet an Cloud-Lösung

Eine etwas andere Form des Updates praktiziert das Start-up RED Medical: Da das Unternehmen mit einer echten Cloud-Lösung arbeitet - alle Daten der Praxis-EDV liegen im Netz -, können die Praxen automatisch auf die jeweils aktuellste Datenbank zugreifen.

Das Unternehmen kümmere sich darum, dass die Stammdaten wie Leistungsziffern, Diagnosen oder Arzneimittelinfos immer aktuell sind, so Alexander Wilms, Geschäftsführer von RED Medical Systems. Dadurch gebe es kaum Verzug zwischen der Veröffentlichung neuer Daten und der Verfügbarkeit in RED Medical. Die Software befindet sich derzeit noch in der Beta-Phase. (ger)

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