Ärzte Zeitung, 19.08.2016

Honorarumsatz 2014

Sachsen-Anhalts Hausärzte sind Spitzenreiter

Hausärzte in Sachsen-Anhalt liegen 2014 beim Honorarumsatz vorn, Hamburgs Hausärzte hingegen hinten. Der aktuelle Honorarbericht der KBV zeigt deutliche Unterschiede unter den Ländern.

Von Hauke Gerlof

Sachsen-Anhalts Hausärzte sind Spitzenreiter

Beim Honorarumsatz je Arzt liegen die Hausärzte mit 1,9 Prozent Wachstum im bundesweiten Schnitt aller Ärzte.

© thomas lehmann / iStock.com

BERLIN. Fast 260.500 Euro Honorarumsatz je Arzt haben Allgemeinmediziner und hausärztliche Internisten in Sachsen-Anhalt im Jahr 2014 erlöst und damit bundesweit die Spitze beim hausärztlichen Honorarumsatz übernommen.

Das geht aus dem Honorarbericht 2014 der KBV hervor (wie am Donnerstag in der App-Ausgabe kurz berichtet). Fast 100.000 Euro darunter lag der Honorarumsatz der Hausärzte in Hamburg (164.330 Euro) - trotz eines Honorarzuwachses je Hausarzt um 7,3 Prozent.

Die Zahlen des Honorarberichts werfen ein Schlaglicht auf die unterschiedlichen Versorgungsbedingungen in den Regionen. Die Honorarchancen (nicht nur) für Hausärzte sind in den Flächenländern ungleich besser als in den meisten Stadtstaaten.

Auch in Berlin fielen die Honorarumsätze je Hausarzt 2014 mit 175.702 Euro sehr gering aus. Die Unterschiede haben viel mit den Fallzahlen zu tun - also letztlich mit der Arztdichte.

Erfolgreiche Aufholjagd

Lange Zeit waren dafür die Fallwerte in den dünner besiedelten Ländern wie Sachsen-Anhalt, Thüringen oder Brandenburg sehr viel niedriger als in den Ballungsregionen. Doch haben diese KVen in den vergangenen Jahren auch bei den Fallwerten stark aufgeholt: In Thüringen beispielsweise stieg der Honorarumsatz je Behandlungsfall von 2013 auf 2014 um 13,2 Prozent auf 64,63 Euro - das ist bundesweit der Spitzenwert.

Das heißt, binnen eines Jahres stiegen die Fallwerte absolut um 7,54 Euro, so der Honorarbericht. Hohe Behandlungsfallwerte waren auch in Baden-Württemberg (63,65 Euro), Brandenburg (63,22 Euro), Bayern (62,39 Euro) und Niedersachsen (62,13 Euro) zu verzeichnen.

Auch für die Hausärzte in Hamburg ging der Fallwert mit einem Plus von 6,5 Prozent deutlich nach oben. Die Hamburger liegen dennoch erst bei 51,27 Euro und damit weiterhin am Ende der Skala. Unter 60 Euro Behandlungsfallwert blieben auch die Hausärzte in Westfalen-Lippe (55,28 Euro), Berlin (56,40 Euro) und Schleswig-Holstein (58,45 Euro).

Leichte Rückgänge bei den Honorarumsätzen je Arzt verzeichneten 2014 nur die Hausärzte in Rheinland-Pfalz und in Bayern, durchschnittlich betrug das Wachstum 1,9 Prozent - genauso viel wie im Bundesdurchschnitt aller Ärzte.

Sonderfall Baden-Württemberg

Sonderfälle in der hausärztlichen Versorgung stellen nach wie vor die KVen in Bayern und in Baden-Württemberg dar: Hier fallen die KV-Honorarumsätze je Hausarzt vergleichsweise niedrig aus, in Baden-Württemberg zum Beispiel nur 159.031 Euro.

Dafür gibt es allerdings einen guten Grund: Die Hausärzte dieser Regionen ziehen einen Großteil ihres vertragsärztlichen Umsatzes aus Hausarztverträgen.

Das zeigt sich in den Zahlen des Honorarberichts zur Bereinigung der Gesamtvergütungen aufgrund der selektivvertraglichen Versorgung, vor allem der Hausarztzentrierten Versorgung (HzV).

Laut Honorarbericht ist die bereinigte Honorarsumme 2014 im Vorjahresvergleich um 16,1 Prozent auf jetzt 691,8 Millionen Euro gestiegen. Und nach wie vor werden fast 90 Prozent der Honorarsumme in Bayern und Baden-Württemberg bereinigt.

Doch hat sich binnen Jahresfrist auch in anderen Regionen 2014 einiges getan. Wachstumsraten in der selektivvertraglichen Bereinigung von mehr als 50 Prozent auf jetzt 37,9 Millionen Euro verzeichnete etwa Westfalen-Lippe.

Auf deutlich niedrigerem Nievau stieg in Nordrhein die Bereinigungssumme sogar um 75 Prozent auf 18,1 Millionen Euro. - Noch überhaupt keine Bereinigung war offenbar in den KVen Saarland, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Thüringen erforderlich.

Dabei stehen die Zeichen bei den Hausarztverträgen weiterhin auf Zuwachs: Laut Hausärzteverband wurde 2015 eine Honorarsumme in der HzV von knapp 970 Millionen Euro (+4,7 Prozent gegenüber Vorjahr) erlöst.

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