Ärzte Zeitung, 04.10.2016

Gutachten

Fallwerte für Grundversorger zu niedrig?

MÜNCHEN. Um ein angemessenes ärztliches Einkommen erzielen zu können, müssten die Fallwerte in der vertragsärztlichen Versorgung durch Allgemeinmediziner und Fachärzte der Grundversorgung deutlich höher sein. Das postuliert ein Gutachten des Instituts für Gesundheitsökonomik (IfG) von Professor Günter Neubauer vom vergangenen Jahr. Das Gutachten ist im Auftrag der KV Bayerns erstellt und von der KVnach internen Querelen erst jetzt ins Internet gestellt worden.

Basis des Gutachtens sind Abrechnungsdaten von 2010 und 2013. Ausgehend von einem errechneten angemessenen Arzteinkommen von 159.544 bis 175.136 Euro im Jahr und Kostensätzen je nach Fachgruppe bei 147.400 Euro (Allgemeinmedizin) und 219.400 Euro (Orthopädie), kommen die Gutachter auf ein Soll-Honorarvolumen von 306.944 bis 322.536 Euro für eine Allgemeinarztpraxis. Bei Orthopäden liegt das Soll zwischen 378.944 und 394.536 Euro.

Für Hausärzte hätte 2013 der Fallwert in Bayern damit um bis zu 65 Prozent höher liegen müssen: bei 103 bis 108,23 Euro statt bei 65,28 Euro, so das Gutachten. Mit Privatpatienten sei dies nur teilweise auszugleichen. Das Gutachten kommt zu dem Schluss, "dass ein konservativ tätiger Arzt, der in einer ländlichen Einzelpraxis in Bayern in Vollzeit GKV-Patienten behandelt, im Durchschnitt kein als angemessen ermitteltes Arzteinkommen erreichen kann". Die Fallwerte seien "deutlich zu gering". (ger)

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Bange machen gilt nicht

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