Ärzte Zeitung online, 17.10.2008

Wirtschaft werden bis zu 230 000 Fachkräfte fehlen

BERLIN (dpa). Der Wirtschaft könnten nach einer neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) schon 2020 rund 230 000 Ingenieure, Naturwissenschaftler und Techniker fehlen. Die Studie wurde im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums erstellt.

Demnach gibt es schon in diesem Sommer 144 000 Fachkräfte zu wenig - darunter 37 000 Maschinen- und Fahrzeugbauingenieure, 25 000 Maschinenbautechniker und 22 000 EDV-Spezialisten. Pro Jahr verursache der Mangel einen Wertschöpfungsverlust von gut 28 Milliarden Euro, wie das "Handelsblatt" (Freitag) berichtet.

Auch andere Institute sagen einen wachsenden Fachkräftemangel voraus. Nach verschiedenen Prognosen der Bundesregierung werden wegen höherer Qualifikationsanforderungen in der Wirtschaft und auch in Folge des Geburtenrückganges schon von 2014 an zwischen 180 000 und 490 000 Akademiker fehlen - insbesondere Ingenieure und Naturwissenschaftler. Der Fachkräftemangel ist Auslöser für den Bildungsgipfel von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder am 22. Oktober in Dresden.

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, Dagmar Wöhrl (CSU), forderte im "Handelsblatt" die Länder auf, das in Folge des Geburtenrückganges eingesparte Geld in Bildung zu investieren und nicht anderweitig auszugeben. Diese "demografische Rendite" betrage nach IW-Rechnung bereits im kommenden Jahr fünf Milliarden Euro und steige bis 2020 auf 16 Milliarden an.

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