Ärzte Zeitung online, 02.01.2009

Männer zu 70 Prozent bei Zusammenstößen auf Skipisten beteiligt

MÜNCHEN (dpa). Bei Zusammenstößen auf Skipisten sind Männer nach Erkenntnissen des Deutschen Skiverbands (DSV) weitaus häufiger als Frauen beteiligt. In der Skisaison 2006/2007 seien zu 70 Prozent männliche Skifahrer in einen Zusammenstoß verwickelt gewesen, berichtete der DSV-Sicherheitsexperte Michael Berner am Freitag in einem Gespräch mit dpa unter Berufung auf eine Skiunfall-Auswertung des DSV und der Versicherung ARAG.

Männer zu 70 Prozent bei Zusammenstößen auf Skipisten beteiligt.

Foto: Christophe Schmid©www.fotolia.de

Von den bei einer Kollision verletzten Skifahrern liege der Anteil der Männer bei rund 60 Prozent. Neuere Zahlen lägen derzeit noch nicht vor.

Am Neujahrstag hatte Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) bei einem Zusammenstoß auf einer Skipiste in Österreich eine schwere Kopfverletzung erlitten. Eine 41 Jahre alte Frau, mit der er zusammenprallte, starb an ihren Verletzungen.

Nach Angaben des DSV-Experten ist im Unterschied zu anderen Ski- Verletzungen die Zahl der Kopfverletzungen bei Pistenunfällen in den vergangenen Jahren in deutschen Skigebieten leicht gestiegen. "Mit 1,5 Kopfverletzungen pro 1000 Skifahrer war das Risiko vergleichbar mit dem Anfang der 1990er Jahre", berichtete Berner. Frauen zögen sich unverhältnismäßig oft Knieverletzungen, Männer hingegen Verletzungen an Schulter und Oberarmen zu.

Insgesamt ist nach Berners Angaben die Zahl der Skiunfälle seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1979 um mehr als 50 Prozent gesunken. In der Skisaison 2006/2007 habe die Zahl der Verletzten bei rund 45 000 gelegen. "Bezogen auf die Gesamtzahl der 4,2 Millionen Skifahrer in Deutschland entspricht das einer Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Skiunfalls zu werden, von 0,14 Prozent", betonte der DSV-Sicherheitsexperte. Berner führt den Rückgang der Unfallzahlen unter anderem auf verbesserte Skischuhe und Skibindungen, Fortschritte bei der Pistenpräparierung und das wachsende Sicherheitsbewusstsein der Wintersportler zurück.

Die Zahl der Verletzten ließe sich nach Ansicht Berners mit einer stärkeren Verbreitung von Skihelmen noch drücken. Vor allem Erwachsene seien häufig Helmmuffel. Bei Skifahrern über 15 Jahren tragen nach DSV-Erkenntnissen nur 23 Prozent der Männer und 27 Prozent der Frauen einen Helm. Bei Kindern bis 15 Jahren liege dieser Anteil immerhin bei 43 Prozent. Berner appellierte an alle Skifahrer, beim Griff zu den Brettern auch einen Skihelm mitzunehmen. "Natürlich ist auch ein Helm kein hundertprozentiger Schutz. Aber er kann dazu beitragen, dass Verletzungen weniger gravierend sind", gab Berner zu bedenken.

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