Ärzte Zeitung online, 02.01.2009

Deutsche Knochenmarkspenderdatei zieht für 2008 positive Bilanz

KÖLN (iss). Die bundesweite Plakatkampagne der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) zeigt Wirkung. Die DKMS verzeichnet einen deutlichen Anstieg der Zahl der Menschen, die ein Briefspenderset angefordert haben und sich mittels Wangenabstrich per Watteträger registrieren ließen. Im Jahr 2008 haben das insgesamt 50 300 getan, das waren 15 000 mehr als ein Jahr zuvor.

Bei der Plakataktion unter dem Motto "Mit Wattestäbchen gegen Leukämie" werben seit einigen Wochen unter anderem der Fußballer Miroslav Klose und die Sängerin Sarah Connor für die Registrierung als Knochenmarkspender. Das habe mit Sicherheit zu dem Anstieg der Spender beigetragen, die sich per Telefon oder über die Homepage an die Gesellschaft wenden, sagt DKMS-Sprecher Malte Wittwer. "Solche Kampagnen schärfen die Aufmerksamkeit für das Thema."

Insgesamt hat die DKMS im Jahr 2008 mehr als 200 000 neue potenzielle Stammzellspender aufgenommen. Über die Datei wurden im vergangenen Jahr 2904 Stammzell- oder Knochenmarkspenden für Patienten weltweit realisiert, das war ein neuer Rekord.

Die meisten Spendewilligen erreicht die DKMS über Spendenaufrufe für einzelne Patienten. Ein weiterer wichtiger Zugang seien die Typisierungsaktionen in einzelnen Firmen, sagt Wittwer. "Allein am Wochenende vor Weihnachten haben wir bei 20 Aktionen bundesweit 12 000 neue Spender gewonnen."

Inzwischen sind bei der DKMS über 1,8 Millionen Menschen registriert. Das macht sie nach eigenen Angaben zur weltweit größten Datei. Das sei aber lange noch nicht genug, sagt Geschäftsführerin Claudia Rutt. Die DKMS wolle erreichen, dass für jeden Patienten, der eine Transplantation braucht, der passende Spender gefunden wird. "Damit wir diesem Ziel näher kommen, müsste sich möglichst jeder gesunde Bürger zwischen 18 und 55 Jahren, der noch nicht typisiert ist, in die DKMS aufnehmen lassen", sagt Rutt.

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