Ärzte Zeitung online, 30.01.2009

Aktionärsklage gegen Pfizers Milliardenübernahme des Rivalen Wyeth

NEW YORK (dpa). Der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer bekommt bei seiner Milliardenübernahme des US-Konkurrenten Wyeth Widerstand durch eine Aktionärsklage. Die 68 Milliarden Dollar schwere Kaufofferte bewerte Wyeth zu niedrig, begründete ein Wyeth-Aktionär die Klage vor einem Bezirksgericht in Newark (New Jersey). Das Gericht solle daher die Übernahme zu diesem Preis untersagen.

Der US-Konzern Pfizer hatte den Megadeal am Montag angekündigt. Die inzwischen vom Gericht veröffentlichte Klage wurde bereits einen Tag danach eingereicht. Der Kauf ist eine der größten Übernahmen seit Jahren und die bedeutendste seit dem Ausbruch der Finanzkrise. Der Viagra-Hersteller Pfizer will den Preis für den Biotechnologie-Spezialisten Wyeth in einer Kombination aus Bargeld und Aktien zahlen. Über die Klage hatte zuerst die US-Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichtet.

Bei Fusionen und Übernahmen gibt es immer wieder Aktionärsklagen. Die Anteilseigner wollen so den Käufer unter Druck setzen und einen höheren Preis erzielen. Weil sich solche Rechtsstreitigkeiten über Monate oder gar Jahre hinziehen können, suchen die betroffenen Konzerne oft nach einer Einigung auf anderem Weg. Andernfalls ist die Übernahme womöglich auf lange Zeit blockiert und damit gefährdet.

Pfizer und Wyeth kamen nach neuesten Zahlen im Jahr 2008 gemeinsam auf einen Umsatz von 71 Milliarden Dollar (55 Milliarden Euro) bei fast 13 Milliarden Dollar Gewinn. Zu Pfizers Produktpalette gehört auch der Blutfettsenker Lipitor. Das meistverkaufte Medikament der Welt brachte es 2008 auf Erlöse von mehr als 12 Milliarden Dollar.

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