Ärzte Zeitung online, 22.01.2010

Länder schaffen viele neue Studienplätze

BERLIN (dpa). Die Länder haben seit 2006 bereits mehr zusätzliche Studienplätze geschaffen, als dies im ersten Hochschulpakt vereinbart worden ist. Dies geht aus einem Zwischenbericht des Bundesbildungsministeriums hervor. Bund und Länder hatten 2006 vereinbart, für die geburtenstarken Jahrgänge 91 000 zusätzliche Studienplätze bis 2010 zu schaffen. Tatsächlich wurde der Pakt aber bereits 2009 mit fast 102 000 zusätzlichen Plätzen übererfüllt. 

Der Bund unterstützt die Länder beim Aufbau der Studienangebote im Rahmen des ersten Paktes mit 565,7 Millionen Euro. Die Kosten für die 11 000 zusätzlichen Studienplätze, die über die bisherigen Planungen hinaus gehen, sollen mit dem Hochschulpakt II verrechnet werden, sagte eine Sprecherin des Ministeriums auf Anfrage. Der Hochschulpakt II sieht eine Steigerung der Studienangebote in Deutschland um insgesamt 270 000 Plätze bis 2020 vor. Die Ausgaben dafür stehen jedoch beim Bund wie bei den Ländern noch unter Haushaltsvorbehalt. 

Als "besonders bemerkenswert" wird in der Vorlage herausgestellt, dass auch alle neuen Bundesländer die Zahl ihrer Studienanfänger deutlich steigern konnten, obwohl es im Osten wegen des Geburtenknicks nach der Wende einen deutlichen Rückgang bei den Abiturientenzahlen gibt. In Brandenburg stieg die Zahl der Studienanfänger sogar um 33 Prozent. 

Deutlich hinter der Entwicklung in den anderen Bundesländern liegt allerdings Nordrhein-Westfalen. Dort wurden laut Statistik bisher nicht einmal die Hälfte der bis 2010 vereinbarten 26 300 zusätzlichen Studienplätze geschaffen. Zwischen 2007 und 2009 gab es dort nur einen Zuwachs von 11 176 Plätzen.

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