Ärzte Zeitung online, 27.01.2010

ILO: Höchste Arbeitslosenzahl aller Zeiten erreicht

GENF (dpa). Mit 212 Millionen Menschen ohne Beschäftigung hat die weltweite Arbeitslosigkeit bis Ende 2009 ein noch nie zuvor gesehenes Ausmaß erreicht. Das sind fast 34 Millionen mehr als im Jahr 2007 vor dem Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise.

So viele Arbeitslose seien noch niemals gezählt worden, teilte die den Vereinten Nationen nahestehende Internationale Arbeitsorganisation (ILO) am Mittwoch in Genf mit. Dies entspricht einer durchschnittlichen Arbeitslosenrate von 6,6 Prozent.

Trotz des geschätzten Wachstums der Weltwirtschaft um 3,1 Prozent in diesem Jahr erwartet die ILO, dass die Arbeitslosenrate mit rund 6,5 Prozent auf einem nach wie vor hohen Stand verharrt.

Im Jahr 2007 hatte die Quote in den entwickelten Industrieländern erst 5,7 Prozent betragen. Obwohl die Staaten nur 16 Prozent der weltweiten Arbeitskräfte stellen, trugen sie zu 40 Prozent zum weltweiten Anstieg der Arbeitslosigkeit seit 2007 bei.

Junge Menschen seien besonders stark von der schwierigen Arbeitsmarktlage betroffen, berichtet die ILO. Die Arbeitslosenquote in dieser Altersgruppe schätzt sie für 2009 auf 13,4 Prozent; 1,6 Prozentpunkte mehr als 2008. "Angesichts der 45 Millionen jungen Männer und Frauen, welche jedes Jahr weltweit ihr Erwerbsleben aufnehmen, müssen die staatlichen Maßnahmen zur Schaffung von neuen Stellen für diese Jungen führen", wird ILO-Direktor Juan Somavia zitiert. Er warnte vor einem Wirtschaftsaufschwung ohne Stellenwachstum.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Im Sushi war der Wurm drin

Der Hinweis aufs Sushi brachte die Ärzte auf die richtige Spur. Statt den Patienten wegen Verdachts auf akutes Abdomen zu operieren, führten sie eine Gastroskopie durch. mehr »

Importierte Infektionen führen leicht zu Diagnosefehlern

Wann muss ein Arzt für eine Fehldiagnose gerade stehen? In einem aktuellen Fall entschied das Oberlandesgericht Frankfurt gegen einen Arzt. mehr »

"Turbolader einer Zwei-Klassen-Medizin"

Die Einheitsversicherung als Garant für Gerechtigkeit im Versorgungssystem? Aus Sicht von BÄK-Präsident Professor Frank Ulrich Montgomery eine fatale Fehleinschätzung. Die "Ärzte Zeitung" dokumentiert Auszüge aus seiner Ärztetags-Eröffnungsrede. mehr »