Ärzte Zeitung, 07.04.2010

Mit nur drei Klicks zur passenden Klinik - ein ehrgeiziges Ziel, das viel Arbeit macht

Suchmaschinen im Internet sollen Patienten und einweisenden Ärzten helfen, je nach Krankheitsbild bequem und schnell die passende Klinik zu finden. Bereits jetzt gibt es aber etwa 30 solcher Angebote, die für mehr Transparenz und Übersichtlichkeit sorgen sollen. Eine Allianz privater Klinikbetreiber startet nun eine eigene Initiative, die vor allem auf Qualitätsindikatoren zielt.

Von Sunna Gieseke

Mit nur drei Klicks zur passenden Klinik - ein ehrgeiziges Ziel, das viel Arbeit macht

Einweiser sind ebenfalls Zielgruppe für Klinik-Suchportale. © klaro

BERLIN. Künftig soll für Patienten und einweisende Ärzte das Krankenhaussystem noch transparenter werden. Daher machen derzeit schon zahlreiche Krankenhäuser im Internet auf sich aufmerksam. Darüber hinaus gibt es Suchportale, die einen Vergleich zwischen einzelnen Kliniken ermöglichen - und jede Seite verspricht, dass man dort die Kliniken hinsichtlich ihrer Qualität objektiv beurteilen könne.

Viele Portale scheitern aber daran, die Komplexität der Daten übersichtlich darzustellen. "Derzeit gibt es etwa 30 Portale, die sich mit der Wahl der richtigen Klinik beschäftigen", sagte Dr. Wulf-Dietrich Leber vom GKV-Spitzenverband bei einem Kongress in Berlin. Nicht immer gelinge aber das Anliegen, bei der Klinikauswahl für ein bestimmtes Leiden zu helfen. Häufig müsse der Benutzer lange suchen, um ein passendes Ergebnis zu erhalten. Zudem würden viele Daten nicht regelmäßig aktualisiert. Die Folge seien veraltete Informationen. "Es ist darüber hinaus wichtig, den Aufbau der Internetportale zu entbürokratisieren", so Leber. Ohne Mehraufwand könnte mehr Transparenz geschaffen werden.

Es müssten zum einen mehr Ergebnisse des BQS-Instituts für Qualität und Patientensicherheit verwendet werden. Hier würden nur etwa 20 von 200 möglichen Indikatoren veröffentlicht werden. Zum Anderen sei es aber auch sinnvoll, Routinedaten zu benutzen, um so mehr Transparenz im Kliniksektor zu schaffen.

Kliniken sollten selbst für einen Qualitätsstandard im Internet sorgen, sagte Dr. Michael Philippi, Vorstandsvorsitzender der privaten Sana-Kliniken AG. Mitte des Jahres wollen die privaten Klinikträger Asklepios, Sana und Rhön mit qualitaetskliniken.de eine eigene Kliniksuchmaschine ins Netz stellen (wir berichteten). Nutzergruppen sollen Patienten, einweisende Ärzte, Kostenträger, aber auch Journalisten sein. Geplant seien insgesamt 400 Qualitätsindikatoren zu medizinischer Qualität, Patientensicherheit, Patientenzufriedenheit und der Zufriedenheit von Einweisern.

Auf dieser Grundlage soll es auch Menschen ohne medizinisches Fachwissen ermöglicht werden, sich ein umfassendes Bild von den Kliniken machen und diese dann miteinander vergleichen zu können. Daher sei es wichtig, Medizin verständlich darzustellen. "Wir wollen mit unserer Seite einen neuen Standard schaffen", so Philippi. Daher werden auch Indikatoren abgefragt, wie man in der Klinik mit Fehlern umgehe.

Tatsächlich sind die Seiten von qualitaetskliniken.de, die in diesem Sommer online gehen sollen, auf den ersten Blick dank der vielen grafischen Elemente sehr übersichtlich. "Der Service ist sehr nutzerfreundlich", so Philippi. "Mit drei Klicks kommt selbst der ungeübte Internet-User zu seinem gewünschten Ergebnis." Die Indikatoren könnten individuell ausgewählt werden, das heißt, jeder könne selbst gewichten, welche Merkmale einer Klinik für ihn wichtig seien. "Allerdings gibt es natürlich auch bei uns Lücken", so Philippi. Zum Beispiel gebe es keine Auskünfte über psychiatrische Kliniken oder Reha-Kliniken.

Außer den 160 Kliniken der drei privaten Klinikketten seien auch weitere Träger eingeladen, sich an dem Projekt zu beteiligen, sagte Philippi.

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