Samstag, 18. Mai 2013
Ärzte Zeitung, 29.01.2013

Tipps für die Arzthelferin

Das drohende Schwert der Korruption

Theresia Wölker

Nicht nur Vertragsärzte selbst, sondern auch das Praxispersonal ist vor Korruptionsvorwürfen nicht gefeit.

Da es sich bei Medizinischen Fachangestellten (MFA) in der Regel um nicht juristisch behaftete Arbeitskräfte handelt, stellt sich schnell die berechtigte Frage, wann man sich denn im Praxisalltag korrupt im strafrechtlichen Sinne verhält.

Ist es bereits die Bevorzugung eines Patienten bei der Terminvergabe, dürfen Geschenke von Pharmareferenten und/oder Patienten angenommen werden?

Wer sich ethisch einwandfrei verhalten möchte, hat es heute schwer. Praxisteams tun deshalb gut daran, die derzeitige Korruptionsdebatte in einer der nächsten Teambesprechungen zu thematisieren und die Praxisleitung um konkrete, rechtssichere Anweisungen, auch für Grenzfälle, zu bitten.

Eine schriftlich festgelegte "Interne Regelung" als verbindliche und generelle Weisung an alle Praxismitarbeiter im QM-Handbuch präzisiert die Transparenz und die Qualitätspolitik in den Geschäfts- und Außenbeziehungen der Praxis.

Sinnvoll kann es sein, einen Fachanwalt in die Praxis zu Schulungszwecken kommen zu lassen, der das gesamte Team im Hinblick auf mögliche Straftatbestände der Korruption beraten kann und auch die korrekten Vorgehensweisen kennt.

Fühlt sich eine MFA in einer Situation der versuchten Bestechung, so kann sie immer auch die Praxisleitung über Vorkommnisse informieren. Nur sollte nicht in jeder gut gemeinten Geste von Patienten wie auch Pharmavertretern gleich eine Korruptionsabsicht unterstellt werden.

Eines sollte aber auch klar sein: Steht die Staatsanwaltschaft mal vor der Praxistür, dann gilt nur der Leitsatz "ruhig Blut!". Wie der juristische Praxisalltag zeigt, stellen sich viele Vorwürfe von zum Beispiel Behandlungsfehlern im Laufe der staatsanwaltlichen Ermittlungen als gegenstandslos heraus.

| Share

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Transplantation: BÄK-Richtlinien sollen unter die Lupe

Das Transplantationsgesetz im Umbruch: Innerhalb von einem Jahr könnte es zum vierten Mal geändert werden - jetzt wegen der BÄK-Richtlinien. Auch eine neue Strafvorschrift ist möglich. mehr »

Einbußen errechnet: So teuer kommt Ärzte die Bürgerversicherung

Kommt der einheitliche Krankenversicherungs­markt nach der Bundestagswahl, geht es Ärzten an den Geldsäckel. Wie stark, hat jetzt der PVS-Verband errechnet. Für bestimmte Fachgruppen sind Einbußen von bis zu 40 Prozent des Praxishonorars zu erwarten. mehr »

Vorsicht bei Mett: Geflügel nicht mehr größtes Salmonellenrisiko

Wer Eier oder Hähnchen isst, ist besonders gefährdet für Salmonellen, hieß es noch vor Jahren. Mittlerweile sind andere Lebensmittel riskant. mehr »