Ärzte Zeitung, 09.05.2014

Kleiner Aufschwung

Apotheker sehen das Ende der Tristesse

Bei den Apothekern ist es 2013 wirtschaftlich aufwärts gegangen. Dank einer kräftigen Steigerung bei den Gewinnen ist jetzt wieder das Niveau von 2006/7 erreicht, wurde auf dem Wirtschaftsforum in Berlin bekannt.

Von Ruth Ney

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Apothekerin im Beratungsgespräch: 2013 stieg das Betriebsergebnis im Schnitt um 16,5 Prozent.

© Contrastwerkstatt/fotolia.com

BERLIN. Apotheken in Deutschland geht es wieder etwas besser. Das war das positive Fazit, das Fritz Becker, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbands (DAV), auf dem 51. Wirtschaftsforum in Berlin gezogen hat.

Allerdings mit Einschränkungen: "Da Apotheken lange Zeit von der wirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt waren, besteht weiterhin Nachholbedarf", betonte er.

Die materiellen und strukturellen Verbesserungen für viele Apotheken im vergangenen Jahr beruhen auf der Erhöhung der Fixvergütung für die Abgabe von Verschreibungspflichtigen (Rx-)Medikamenten, einer reduzierten Abschlagszahlung an die gesetzlichen Krankenkassen, der Erhöhung der Nacht- und Notdienstvergütung und einer leichten Zunahme bei OTC-Umsätzen sowie bei Hilfsmitteln.

Zudem ist die Zahl der verordneten Rx-Packungen leicht gestiegen, an die wiederum das Fixhonorar der Apotheken gekoppelt ist. Die Folge: Das durchschnittliche Betriebsergebnis in Apotheken stieg um 16,5 Prozent auf 104.269 Euro (2012: 89.493).

Der Anteil der Arzneimittelkosten aus Apotheken an den GKV-Gesamtkosten sei dennoch von 16,4 auf 14,4 Prozent im vergangenen Jahr gesunken, so Karl-Heinz Resch, Geschäftsführer Wirtschaft der ABDA.

Damit liege man nun hinter den Arztausgaben. "Der Wertschöpfungsanteil der Apotheke liegt stabil bei 2,3 Prozent. Wir brauchen uns daher für Mehreinnahmen nicht zu schämen!"

Wie die Situation für die durchschnittliche Apotheke in Heller und Pfennig aussieht, erläuterte Dr. Eckart Bauer, Abteilungsleiter Wirtschaft der ABDA. Danach lag der Umsatz einer durchschnittlichen Apotheke bei 1,88 Millionen Euro.

Die Umsatzklasse, in der die meisten Apotheken liegen, beträgt 1,25 bis 1,5 Millionen Euro (14 Prozent der Apotheken). 61 Prozent der Apotheken setzen weniger um als der Durchschnitt.

Zieht man vom Umsatz dann den Wareneinsatz ab - auch der ist im vergangenen Jahr etwas gesunken durch bessere Konditionen beim Großhandel - sowie Personalkosten (Arbeitgeberkosten) und die sonstigen steuerlich abzugsfähigen Kosten, blieb nach den Berechnungen der ABDA einer durchschnittlichen Apotheke 2013 ein Betriebsergebnis vor Steuern von 6,6 Prozent vom Umsatz, eben die genannten 104.269 Euro.

Basis der Zahlen sind die Daten der Finanzbuchhaltung aus 2500 Apothekenbetrieben, die in einem eigenen ABDA-Panel ausgewertet werden.

"Die Verbesserungen sind keinesfalls als ein historisches Hoch zu werten", betonte Bauer. Vielmehr bewege man sich im Bereich von 2006/7. "Man kann vielleicht von einem Ende der AMNOG-Tristesse reden."

Betrachte man zudem allein die Einnahmen durch GKV-Patienten, schrumpfe das Betriebsergebnis auf etwa 75.000 Euro und liege damit deutlich unter dem, was ein Arzt im Schnitt mit der Behandlung von GKV-Patienten verdiene (laut ABDA 100.000 Euro).

Für 2014 sieht Bauer keine vergleichbare Ergebnisverbesserung wie im vergangenen Jahr. So sei bei den Großhandelskonditionen ein Wendepunkt erreicht und auch die Lohnkostenanteile würden weiter leicht steigen.

Um einen Anschluss an die Kostensteigerungen der vergangenen Jahre zu erreichen, lautet eine der wesentlichen Forderungen des Verbands an die Politik daher, dass 2015 eine weitere Erhöhung des Apothekenentgelts erfolgen müsse, ebenso eine Anpassung der Honorierung von Leistungen etwa für die Rezepturherstellung und den Dokumentationsaufwand bei der Abgabe von Betäubungsmitteln.

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