Ärzte Zeitung online, 12.09.2013

Hessen

Kammer will Register für Weiterbildungsassistenten

Die neue Spitze der Landesärztekammer Hessen will sich vor allem für eine bessere Situation in der Weiterbildung in der ambulanten Versorgung einsetzen. Auch soll es künftig verstärkt eine Willkommenskultur für junge Ärzte geben.

Von Rebecca Beerheide

FRANKFURT. Die neue Spitze der Landesärztekammer Hessen will ein Weiterbildungsregister aufbauen. Damit will die Kammer einen besseren Überblick erhalten, wo Weiterbildungsassistenten im Land arbeiten.

"Wir wissen heute nicht, wer in welcher Klinik angestellt ist oder ob alle Stellen besetzt sind", erklärte Kammerpräsident Dr. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach vor Journalisten in Frankfurt.

Derzeit gebe es zwar ein Register der Weiterbilder, allerdings könne die Kammer nicht nachvollziehen, wo es junge, neue Kammermitglieder nach dem Studium hinzieht.

Von Knoblauch wurde Ende August von der Delegiertenversammlung der Kammer im Amt bestätigt. In seiner zweiten Amtszeit will er sich vor allem für ein besseres Bild des Arztberufes in der Öffentlichkeit einsetzten.

Trotz der derzeitigen Arbeitsbedingungen dürfe man den Beruf nicht schlecht reden. "Als Kammer wollen wir auch besonders junge Ärzte ermutigen, in diesem Beruf zu bleiben."

Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Fokus

Neue Vizepräsidentin an der Spitze der Landesärztekammer ist Hausärztin Monika Buchalik. Nach neun Jahren im Präsidium will die Kandidatin der Liste der ÄrztINNEN vor allem das Thema Vereinbarkeit mit Familie und Beruf in den Vordergrund rücken.

Das gelte für den Bereitschaftsdienst wie auch für die Unterstützung bei der Kinderbetreuung für Klinikärzte. "Kliniken, die keine Kinderbetreuung anbieten, werden künftig keine Mitarbeiter mehr finden", erklärte Buchalik.

Ebenso will sie sich dafür einsetzen, dass es für Ärzte mit Familie Kinderbetreuungsangebote oder finanzielle Unterstützung während der Fortbildungsveranstaltungen gibt. Gleiches will sie auch für die Gremienarbeit bei der Kammer durchsetzen.

"Damit sollen auch junge Ärztinnen und Ärzte frühzeitig in die Gremienarbeit einbezogen werden können", so Buchalik, die selbst bei ihrer Niederlassung vor 23 Jahren alleinerziehende Mutter war.

Die Liste der ÄrztINNEN hat bei der Kammerwahl 2013 acht Sitze geholt und ist damit nach den Fachärzten, dem Marburger Bund und den Hausärzten die viertstärkste Kraft in der Delegiertenversammlung.

Weiterbildung - Allgemeinmedizin als Blaupause

Als Herausforderung für die Arbeit in der Landesärztekammer sehen von Knoblauch und Buchalik die künftigen Diskussionen zur Weiterbildung. "Die Organisation der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin kann auch als Blaupause für einige fachärztliche Fächer dienen", erklärte von Knoblauch.

Da viele Untersuchungen oder Therapien nicht mehr in Kliniken angeboten werden, müsse auch in anderen Fächern die Weiterbildung in der ambulanten Versorgung stattfinden. Man müsse aber darauf achten, dass es nicht - wie bei der Allgemeinmedizin geschehen - zu längeren Wartezeiten beim Wechsel der Arbeitsstätten kommt.

Ebenso setzt sich von Knoblauch für eine Erhöhung der Medizinstudienplätze ein. "Wir müssen mehr Leute zum Studium zu lassen, damit später mehr in der Versorgung ankommen."

Ebenso müssen nach Ansicht des Kammerpräsidenten neue Kriterien für die Vergabe von Studienplätzen gefunden werden.

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