Ärzte Zeitung, 17.07.2014

Medizinstudium

Charité-Chef kritisiert Pläne in Brandenburg

BERLIN. Am Konzept der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB) gibt es auch nach der Genehmigung durch das Land Kritik.

Charité-Chef Professor Karl Max Einhäupl bezweifelt, dass die MHB ihr Ziel erreicht, den Ärztemangel in Brandenburg zu mildern. "Ich befürchte sogar, dass Brandenburg Ärzte für Bayern ausbildet", sagte Einhäupl der "Ärzte Zeitung".

Kritisch sieht er auch, dass die Ärzteausbildung in Brandenburg nicht an eine Universität angebunden ist. Damit fehle die Forschung. Die sei ohne Landeszuschüsse aber kaum finanzierbar. "Wenn sich nicht Forschung in erheblichem Umfang einstellt, kann man nicht von einer privaten Uni sprechen", sagte Einhäupl.

Er vertrat die Auffassung, "dass Lehre aus der Forschung kommen muss". Das sei besonders in der Medizin wichtig, weil der ärztliche Beruf ein wissenschaftsbasierter Beruf und nicht nur ein wissensbasierter Beruf sei. Zudem könne die MHB keine Promotionen und Habilitationen vergeben.

Einhäupl betrachtet daher nicht nur die MHB, sondern die Tendenzen zur Gründung von außeruniversitären Medizinischen Hochschulen äußerst kritisch.

Für die Charité fürchtet Einhäupl keine Konsequenzen durch die Gründung der Medizinischen Hochschule. Die Berliner Uniklinik hat erst kürzlich ihre Verträge mit den Lehrkrankenhäusern in Brandenburg erneuert. Einhäupl rechnet nicht damit, dass die MHB-Gründung Einfluss auf die Lehrkrankenhäuser hat. (ami)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »