Ärzte Zeitung, 25.11.2014

Sachsen-Anhalt

Hausärzte bieten jetzt Famulatur an

In Sachsen-Anhalt wollen sich Weiterbildungspraxen intensiver um Studenten kümmern.

MAGDEBURG. 168 Ärzte bilden sich in Sachsen-Anhalt derzeit zu Allgemeinmedizinern weiter. "Doppelt so viele müssten es sein", sagt KV-Vorsitzender Dr. Burkhard John. Das Gros der Hausärzte sei 50 Jahre und älter und schon heute könne etwa jede dritte Hausarztpraxis nicht wieder besetzt werden.

Ein umfangreiches Stipendien- und Förderprogramm soll Medizinstudenten die Entscheidung für eine hausärztliche Tätigkeit erleichtern. Dazu gehört auch die vor Jahren gegründete Koordinierungsstelle für die Weiterbildung in der Allgemeinmedizin.

Sie hatte unlängst Weiterbildungsassistenten zu einer gemeinsam mit der KV und dem Hausärzteverband organisierten Fortbildung eingeladen. Während sich die angehenden Hausärzte über Entwicklungen der vertragsärztlichen Versorgung, über die Verordnung von Heil- und Hilfsmitteln informieren ließen und praktische Tipps zur Praxisübernahme bekamen, berieten ihre Weiterbildungsbeauftragten Verbesserungen zur Nachwuchsgewinnung.

"Wir wollen eine Famulaturbörse aufbauen, die Studierenden helfen soll, eine Hausarztpraxis zu finden", sagte Doreen Steinke, stellvertretende Vorsitzende des Hausärzteverbandes.

"Ich werde immer wieder gefragt: Wie kommt man an Weiterbildungsassistenten? Es gibt kein Rezept. Fakt ist: Mit Jammern lässt sich kein Allgemeinmediziner gewinnen."

Wenn aber Arzt und Schwestern für ihren Beruf lebten, erzeuge dies fast automatisch eine Willkommensmentalität. In der Oscherslebener Berufsausübungsgemeinschaft, in der Doreen Steinke praktiziert, habe unlängst eine Studentin aus Hessen angefragt, wann sie sich melden müsse, um hier Assistenzärztin zu werden.

Auch Dr. Sybille Thews aus Schönebeck hat durchweg gute Erfahrungen mit ihren Weiterbildungsassistenten und hofft auf diesem Weg eine Nachfolgerin zu finden. Der Chirurg und Geschäftsführer der Reil-Polikliniken in Halle, Dr. Olaf Fischbeck, will bei den Treffen auch den Aufbau von Netzwerken forcieren. (zie)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »