Ärzte Zeitung, 04.09.2015

DGB-Report 2015

32 Prozent der Praxis-Azubis sind Migranten

Viele Auszubildende zur Medizinischen Fachangestellten haben ausländische Wurzeln, das zeigt der DGB-Ausbildungsreport 2015.

NEU-ISENBURG. Medizinische Fachangestellte (MFA) bewerten die Qualität ihrer Ausbildung insgesamt allemal mit "Mittel". Auszubildende Zahnmedizinische Fachangestellte kommen in der Summe sogar nur zu einer "schlechten" Bewertung.

Grund dafür ist etwa die Unzufriedenheit mit der Betreuungssituation während der Ausbildung oder der Umgang mit Überstunden. Das ist Ergebnis des Ausbildungsreports 2015 des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Zu den bestbewertesten Berufen zählen darin etwa Bankkaufmann und Elektroniker.

Viele Migranten in medizinischen Ausbildungsberufen

Der aktuelle Report legt besonderen Wert darauf, die Situation der Auszubildenden mit ausländischen Wurzeln zu beleuchten (wir bericheten kurz). Spannend ist, dass es gerade in den medizinischen Ausbildungsberufen viele Auszubildende mit einem Migrationshintergrund gibt. Den größten Anteil gibt es unter Zahnmedizinischen Fachangestellten (circa 50 Prozent).

Unter den Medizinischen Fachangestellten (MFA) zählten die DGB-Forscher 32 Prozent Migranten - das ist Platz sechs auf der Rangliste nach Ausbildungsberufen. Bei den angehenden Mechatronikern (14,5 Prozent) oder Bankkaufleuten (14,1 Prozent) seien Auszubildende mit Migrationshintergrund hingegen "deutlich unterrepräsentiert", heißt es im Report.

Branchenunabhängig gab jeder Fünfte in der Befragung an, schon einmal Diskriminierung wegen seines ethnischen Hintergrundes erfahren zu haben.

Der Report macht deutlich, dass sich wenig an den Ergebnissen aus dem letzten Jahr und damit auch an den Rahmenbedingungen für MFA in der Ausbildung geändert hat. Etwa bei der Bewertung von Überstunden und Ausbildungszeiten liegt die MFA erneut im Mittelfeld.

Insgesamt wurden für den diesjährigen Report 18.627 Auszubildende aus den vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) ermittelten 25 meistfrequentierten Ausbildungsberufen 2014 befragt.

Dabei ging es um vier zentrale Aspekte in der Berufsausbildung: "Fachliche Qualität der Ausbildung im Betrieb", "Ausbildungszeiten und Überstunden", "Ausbildungsvergütung" sowie "Persönliche Beurteilung der Ausbildung". (mh)

DGB-Report 2015 zum Download tinyurl.com/pkm3suh

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »