Ärzte Zeitung, 20.01.2016

Big Data

Für viele ist das Datensammeln nicht okay

BERLIN. Die Hälfte der europäischen Nutzer digitaler Dienste steht dem massenhaften Sammeln und Auswerten von Daten - dem sogenannten Big Data - zwar alles in allem skeptisch gegenüber. Und sieht darin mehr Nachteile als Vorteile.

Befragt nach konkreten Anwendungsgebieten sind 65 Prozent aber bereit, ihre Daten und die vieler anderer Menschen anonym von Gesundheitsinstitutionen sammeln zu lassen, um Verbesserungen bei der Entdeckung und Behandlung von Krankheiten zu erreichen.

Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschers TNS Infratest im Auftrag des Vodafone Instituts für Gesellschaft und Kommunikation, bei der über 8000 Menschen in acht europäischen Ländern befragt wurden.

Selbst mit der Sammlung, Speicherung und Analyse der Gesundheitsdaten in nicht anonymisierter Form sind demnach noch 53 Prozent der befragten Europäer einverstanden, solange dies der eigenen Heilung oder der Heilung anderer dienlich ist.

Bei der Weitergabe persönlicher Daten an Dritte, insbesondere zu kommerziellen Zwecken, sieht die Sache jedoch anders aus: Die Mehrheit steht dieser Praxis - unabhängig vom Thema oder der Art der Daten - sehr kritisch gegenüber.

Nur zehn Prozent der Befragten haben etwa kein Problem damit, wenn ein Shop ihre Daten für Werbezwecke und Marketingaktionen an Dritte weitergibt. (reh)

|

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Top-Meldungen

Die eine für alle?

Sollen alte Menschen zur Prävention generell eine Kombination aus Blutdrucksenker, Statin und ASS bekommen? Eine Studie hat sich mit der Frage beschäftigt - und kommt zu einer Antwort. mehr »

Diabetesrisiko unter Antipsychotika stark erhöht

Jugendliche und junge Erwachsene entwickeln unter Antipsychotika gehäuft einen Typ-2-Diabetes. Das liegt nur zum kleinen Teil an der psychischen Störung. mehr »

Noch schnell Abrechnungserlaubnis sichern!

Die Leistungen der palliativmedizinischen hausärztlichen Versorgung sind an keine spezielle Qualifikation gebunden. Doch das scheint nicht in Stein gemeißelt. Kluge Ärzte bauen deshalb vor. mehr »