Ärzte Zeitung, 13.06.2016

Digitalisierung

Deutschland entwickelt sich

Für Praxen ist es Zeit, in digitale Infrastruktur zu investieren. Nur über die Vernetzung sei der Weg zur personalisierten Medizin beschreitbar, so die Apotheker- und Ärztebank.

BERLIN. Die zunehmende Digitalisierung bedeutet für das deutsche Gesundheitswesen eine Zeitenwende, sagt Michael Gabler, Leiter des Bereichs Firmenkunden der ApoBank.

Die Dynamik werde in Zukunft noch weiter zunehmen. Im Alltag der meisten Menschen sei die Digitalisierung längst schon angekommen. Über die sogenannten Wearables werden immer häufiger Daten gesammelt - "auch in der Erwartung, dass diese Daten nutzbar gemacht werden", so Gabler.

Die Patienten sähen sich in einer neuen Rolle. Auch das fördere den Schritt zu einer immer mehr im Vordergrund stehenden personalisierten Medizin, die ihren Nährboden durch das Sammeln von Gesundheitsdaten erhalte, welches für Patienten und Kostenträger immer einfacher werde. "Prävention, Diagnosen und Therapien - alles wird zukünftig maßgeschneidert", sagt Michael Gabler.

Um das Wissen nutzbar zu machen, sei eine Vernetzung vor allem auch zwischen ambulantem und stationärem Sektor nötig. Cloud-Computing werde wichtig.

So könnten in Zukunft beispielsweise Patientendaten zusammengeführt werden, um anhand von Modellen im Rahmen bildgebender Verfahren vorab sehen zu können, wie Patienten auf vorgeschlagene Therapien reagieren. Dank 3-D-Druck sei ein patientenindividuelles Arbeiten auch im Bereich Knochen und Herztransplantationen möglich.

Es sei gemeinsame Aufgabe aller "Player" im Gesundheitswesen sowie auch der Finanzdienstleister, die Möglichkeiten der Digitalisierung für eine personalisierte Medizin nutzbar zu machen, sagte Gabler. Im internationalen Vergleich sitze Deutschland bei der Vernetzung zwar noch "im hinteren Waggon", der Zug nehme aber Fahrt auf. (juk)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »