Ärzte Zeitung, 09.06.2008

KOMMENTAR

Das Spiel mit dem Schwarzen Peter

Von Hauke Gerlof

Offiziell stehen alle Signale zum flächendeckenden Test der elektronischen Gesundheitskarte in Nordrhein auf Grün. Die Kassenärzte sagen, sie sind dabei, weil ja vorerst nur offline getestet werden soll - Patientendaten können noch nicht online abgerufen werden. Als wichtige Voraussetzungen nennt KV-Chef Hansen: die Finanzierung der Kosten für neue Geräte ist adäquat, und es ist gesichert, dass es danach weitergeht, dass also Nordrhein nicht die einzige Region mit Karte bleibt.

Auch die Krankenkassen sind offiziell dabei - wenn denn gesichert sei, dass auch Krankenhäuser und Zahnärzte mit dabei seien, heißt es von der AOK. Alle Beteiligten weisen nach außen hin weit von sich, dass eine Verzögerung eines flächendeckenden Tests an ihnen liegen könnte. Doch jeder scheint insgeheim damit zu rechnen, dass es so schnell nicht losgehen werde. Ärzte und Krankenkassen üben sich im Schwarze-Peter-Spielen - der Ruf nach der Landesregierung als Vermittler spricht Bände.

So scheint eine Wiederholung der Spielchen der vergangenen Jahre wahrscheinlich: Zur Medica im November wird irgendetwas, das nach Karte aussieht, ins Schaufenster gelegt, doch ein konstruktives Vorankommen, das die Ärzte mit ihren Sorgen zur Karte mit ins Boot nehmen würde, ist vorerst nicht zu erkennen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Gluten kann auch Reizdarm verursachen

Wenn Reizdarmpatienten, die nicht an Zöliakie leiden, über glutenabhängige Beschwerden klagen, kann das ein Noceboeffekt sein. Es kann sich aber um etwas anderes handeln. mehr »

Entlassmanagement krankt an schlechter Kommunikation

Kaum in Umlauf, gerät der Medikationsplan in die Kritik. Ärzte fordern, Webfehler im System zu beheben. mehr »

So hoch ist der Diabetiker-Anteil in den 16 Bundesländern

In Deutschland leben mehr Menschen mit Diabetes als bisher geschätzt: Inzwischen leidet rund jeder zehnte GKV-versicherte Bundesbürger an Diabetes. mehr »