Ärzte Zeitung, 09.07.2008

Erste Kassen bitten um Fotos für E-Card

TK und BEK warten noch ab / Aktionsbündnis empfiehlt Patientenverfügung zum Datenschutz

NEU-ISENBURG (ava). Obwohl der genaue Termin für den Start der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) noch nicht feststeht, haben einige Krankenkassen ihre Mitglieder angeschrieben und um Fotos für die neue Karte gebeten. Das Aktionsbündnis "Stoppt die e-Card" ruft dagegen Patienten auf, keine Fotos zu schicken und stattdessen eine Patientenverfügung zum Datenschutz zu unterschreiben.

TK und BEK warten noch ab. Die Knappschaft verschickt derzeit Briefe an ihre 1,6 Millionen Mitglieder, in denen sie um ein Lichtbild für die neue Gesundheitskarte bittet. Ähnliche Post bekommen unter anderen auch die 150 000 Versicherten der BKK Gildemeister. Beide Krankenkassen bieten ihren Mitgliedern an, auf der Homepage der Kassen das Foto selbst hochzuladen.

Die Techniker Krankenkasse (TK) und die Barmer Ersatzkasse (BEK) fragen noch nicht nach Fotos. Zwar seien die Vorbereitungen für die eGK bei der TK beendet, teilt Sprecher Hermann Bärenfänger, mit. Das Lichtbildmanagement stehe fest, und das Ausschreibungsverfahren für die Karten für die rund sechs Millionen Versicherten sei abgeschlossen. "Wir wollen aber erst zwei Monate vor dem tatsächlichen Start auf die Mitglieder zugehen," so Bärenfänger. Befürchtungen, dass es schwierig werden könnte, die Fotos zu bekommen, hat Bärenfänger nicht. "In den Testregionen hatten wir keine Probleme." Ähnliches berichtet auch BEK-Sprecher Thorsten Jakob. Es sei zwar damit zu rechnen, dass einige wenige sich weigern, Fotos zu liefern. Die eGK basiere jedoch auf einem Gesetz, die Mitglieder seien zur Mitwirkung verpflichtet, so Bärenfänger. Letzten Endes gelte: Wer ohne gültige Versicherungskarte zum Arzt gehe, müsse die Leistungen zunächst aus eigener Tasche zahlen.

Das Aktionsbündnis "Stoppt die E-Card", an dem auch einige Ärzteverbände beteiligt sind, hat dagegen eine Patientenverfügung zum Datenschutz erstellt. Darin verpflichtet der Patient seinen Arzt, die Krankheitsdaten nicht in zentralen Computern außerhalb der Arztpraxis zu speichern. Und weiter: "Die neue elektronische Gesundheitskarte wird der Schlüssel zu einer zentralen Speicherung von Krankheitsdaten außerhalb der Arztpraxis sein. Dieses lehne ich ab und werde das geforderte Foto zur Erstellung der neuen Versichertenkarte nicht zur Verfügung stellen."

Mit Fotos gab es in den Testregionen keine Probleme.

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