Ärzte Zeitung online, 08.08.2008

Unternehmen optimistisch in Sachen Gesundheitskarte

NEU-ISENBURG (eb/ger). Die Hersteller von Gesundheitskarten bereiten sich intensiv auf den Start der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) vor. Das Unternehmen Sagem Orga, das von Anfang an der Entwicklung der neuen Karte beteiligt gewesen ist, hat jetzt eine kleine Zwischenbilanz gezogen.

Chipkarten von Sagem Orga würden in fünf von sieben Testregionen eingesetzt, insgesamt 30 Prozent aller Karten in den Tests stammen vom Chipkartenexperten aus Paderborn. Nach den jüngsten Tests der eGK seien die neuesten Karten auch für die Online-Testphase zugelassen, berichtet das Unternehmen in einer Pressemitteilung.

Bei den Tests in den Regionen ist von besonderem Interesse, wie schnell sich die auf der Karte vorhandenen Informationen verarbeiten lassen, zum Beispiel in der Arztpraxis. In den Online-Tests können Anwendungen wie das E-Rezept und eine Online-Überprüfung der Gültigkeit getestet werden. Bisher wurden in den Regionen vor allem Offline-Anwendungen getestet, um zu sehen, wie das Zusammenspiel der Karten mit den Kartenlesern klappt.

Das Unternehmen hat für die eGK bereits mehrere Millionen Euro investiert. Die Produktion der eGK werde im Werk in Flintbek bei Kiel erfolgen. Dazu verlagere Sagem Orga Teile der GSM-Kartenproduktion in eine neue Produktionsstätte in Indien, um sämtliche Kapazitäten in Deutschland für Großprojekte im Hochsicherheitsumfeld - wie das Projekt Gesundheitskarte - zu nutzen. Allein in Flintbek könnten 120 Millionen Karten pro Jahr hergestellt, personalisiert und versendet werden.

Sagem Orga bringt das komplette Portfolio der Gesundheitskarten in das Projekt ein. Neben der eGK für Versicherte werden auch die im System benötigten Heilberufsausweise (HBA) für Ärzte und "Secure Module Cards" (SMC) - unter anderem zur Verwendung als Sicherheitsmodul für Terminals unter anderem in Arztpraxen - entwickelt.

Orga produziert die Gesundheitskarten unter anderem für die Techniker Krankenkasse mit 6,3 Millionen Versicherten. Die Kasse hat auch 800 000 Versicherte in der Region Nordrhein, wo die Karte zuerst eingeführt werden soll. Sie sollen Karten bekommen, die später, wenn die Karte in der endgültigen Version eingeführt wird, nicht mehr ausgetauscht werden müssen. Sie würden vielmehr künftig in einem Online-Verfahren aktualisiert.

Die Kasse legt unter anderem aus Kostengründen Wert darauf, die erste Generation der Karten nicht schon nach kurzer Zeit wieder austauschen zu müssen: "Für uns rechnet sich die eGK erst, wenn sie im Online-Verfahren zum Einsatz kommt", sagt Frank Siener, der als Leiter der TK-Unternehmensentwicklung auch für die TK-Gesundheitskarte zuständig ist.

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