Ärzte Zeitung online, 12.08.2008

AOK-Bundeschef warnt vor zu schneller Einführung der E-Card

OSNABRÜCK (eb). In der Diskussion um die Ausgestaltung der neuen Gesundheitskarte hat AOK-Chef Hans-Jürgen Ahrens Position gegen zentralen Forderungen der Bundesärztekammer bezogen. Das hat die "Neue Osnabrücker Zeitung" berichtet.

Der AOK-Bundesvorsitzende Hans-Jürgen Ahrens wandte sich unter anderem gegen die Forderung der Ärzte, die Online-Anbindung dürfe nur freiwillig geschehen. "Online-Anwendungen sind eine sehr sinnvolle gesetzliche Vorgabe", erklärte Ahrens nach dem Zeitungsbericht. "Ansonsten steckt hinter der Kritik bloß der Versuch, noch mehr Geld von den Kassen herauszuholen. Das lehnen wir ab."

Einen Missbrauch von Daten müssten Patienten nicht befürchten, so der AOK-Chef. Der Zugriff auf sensible Daten wie Arztberichte sei durch ein strenges Sicherheitssystem geschützt. Es funktioniere wie beim Bankautomaten mit einer Geheimnummer, nur mit dem Unterschied, dass Informationen statt Geld "abgehoben" und "eingezahlt" werden könnten. "Die Krankenkassen werden keinen Zugriff auf die medizinischen Daten der Versicherten haben", sagte Ahrens weiter.

Der AOK-Vorsitzende warnte aber vor einer übereilten Einführung der elektronischen Gesundheitskarte. Die Zeitplanung sei immer sehr ehrgeizig gewesen. "Gerade bei so einem Großprojekt muss aber Qualität vor Schnelligkeit gehen", sagte Ahrens. Erst wenn die "Funktionsfähigkeit der Telematikinfrastruktur" zweifelsfrei nachgewiesen sei, sollten elektronische Gesundheitskarten ausgegeben werden. Bisherige Tests hätten gezeigt, dass die Eingabe der Geheimnummer für alte Patienten noch zu schwierig sei. 2009 werde aber erst nach und nach nur eine Basiskarte ausgegeben, für die diese Geheimnummer noch nicht nötig sei.

In der Pilotregion Flensburg hatten sich die Ärzte aus dem Test der freiwilligen Anwendungen der Karte zurückgezogen, weil sie die Praxisabläufe zu sehr behindert hatten. Vor allem die Eingabe des Passworts war dabei eine echte Hürde für viele Testteilnehmer, inklusive der teilnehmenden Ärzte.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Bis später, Baby!

Mit Social Freezing, dem vorsorglichen Einfrieren unbefruchteter Eizellen, lässt sich die biologische Uhr der Frau anhalten. Eine Baby-Garantie ist die Methode allerdings nicht. mehr »

EBM-Ziffern für die Videosprechstunde stehen

Noch vor Ablauf der Frist aus dem E-Health-Gesetz können Vertragsärzte zwei neue EBM-Ziffern für Videokontakte abrechnen – allerdings nur für sechs Indikationen. mehr »

Mediziner klärt Alkohol-Mythen auf

Bier auf Wein, das lass‘ sein. Was ist dran an den Volksweisheiten über Alkoholgenuss? Ein paar Nachfragen zur Karnevalszeit. mehr »