Ärzte Zeitung, 20.11.2008

Kommentar

Der Durchbruch für die Karte?

Von Hauke Gerlof

Alle Jahre wieder wird bei der Medizinmesse Medica ein großer Fortschritt bei der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) verkündet. Und bisher folgte dann ebenso zuverlässig spätestens im Frühjahr die Ernüchterung, dass es weitere Verzögerungen gibt.

Diesmal könnte es anders sein. Bei der Medica sind gestern endlich einmal konkrete finanzielle Summen genannt worden, mit denen Ärzte unterstützt werden, die in Nordrhein Kartenleser für die Praxis und für den Hausbesuch anschaffen. Auch für Krankenhäuser gibt es eine Vereinbarung. In den ersten beiden Quartalen könnte nun die flächendeckende Ausgabe der Karte beginnen.

Ist das jetzt der Durchbruch für die eGK? Sicher ist das noch nicht. Die Widerstände sind nach wie vor groß - und durchaus nicht aus der Luft gegriffen. Es ist zum Beispiel verständlich, wenn Ärzte vermeiden wollen, mit ihrer Praxis-EDV online zu gehen, wenn der Staat gleichzeitig nach der Erlaubnis greift, die Rechner online durchsuchen zu dürfen. Es bleibt außerdem abzuwarten, was aus der Untersuchung über die Kartenalternative USB-Sticks wird.

Wie auch immer: Wer jetzt mit der Karte startet, bleibt vorerst offline. Der Weg zur kompletten Umsetzung der eGK ist noch weit.

Lesen Sie dazu auch:
Ärzte erhalten 1020 Euro für die neue Gesundheitskarte

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Jeder neunte Euro geht an die Gesundheit

Die Gesundheitsausgaben in Deutschland steigen weiter. Im Jahr 2015 betrugen sie 344,2 Milliarden Euro oder 4 213 Euro je Einwohner. Auch die Prognose für 2016 liegt bereits vor. mehr »

Zahl importierter Malaria-Erkrankungen stark gestiegen

In den letzten Jahren ist die Zahl der Malaria-Erkrankungen in Deutschland deutlich gestiegen. Die unspezifische Symptomatik führt immer wieder zu potenziell lebensbedrohlichen Fehldiagnosen. mehr »

BGH befreit Durchgangsärzte von Haftung

Für die Folgen eines Fehlers bei der Diagnose und auch der Erstversorgung durch einen D-Arzt haftet nicht der Arzt, sondern die Unfallversicherung. Das hat nun der Bundesgerichtshof klargestellt. mehr »