Ärzte Zeitung online, 20.04.2010

Einigung auf neue Organisation zur E-Card

Kompromiss der Spitzenverbände der Selbstverwaltung / Politik entscheidet zur Online-Anbindung

BERLIN (gvg/ger). Die Spitzenverbände der Selbstverwaltung haben sich auf einen neuen Modus der Zusammenarbeit bei der elektronischen Gesundheitskarte geeinigt. Beim strittigen Online-Update der Versichertendaten wird jetzt die Politik aktiv.

Kassen und Ärzte einigen sich auf neue Organisation für die Gesundheitskarte

Der für IT zuständige Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, Stefan Kapferer, gab anlässlich der Eröffnung der Gesundheits-IT-Messe conhIT 2010 bekannt, dass die Gesellschafterversammlung der gematik einen Schlichter benennen wird. Er soll künftig Entscheidungen herbeiführen, wenn sich Ärzte und Krankenkassen nicht einigen können.

Um die Blockadepolitik der letzten anderthalb Jahre zu beenden, werden außerdem so genannte "Kümmerer" eingeführt. Sie treiben Telematikanwendungen wie - bei den Kassen - das Online-Update der Versichertenstammdaten oder - bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung - den elektronischen Arztbrief eigenverantwortlich voran, ohne jeden Schritt mit den jeweils anderen Parteien abstimmen zu müssen. Nach Information der "Ärzte Zeitung" wird die Bundesärztekammer für die Notfalldaten auf der Karte zuständig sein.

"Eine offene Flanke bleibt das Online-Update der Versichertenstammdaten", sagte Kapferer in Berlin. Hier wolle sein Ministerium in Kürze entscheiden. "Es ist klar, dass auch die Krankenkassen etwas von der Telematikinfrastruktur haben müssen", so der Staatssekretär.
"Der Stammdatenabgleich soll weiterhin nicht dazu führen, dass die Praxissoftware an die Telematikinfrastruktur angeschlossen werden muss", sagte Dr. Franz-Josef Bartmann, Telematikbeauftragter der Bundesärztekammer, im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung". Es werde bei der Freiwilligkeit für Ärzte bleiben. Man rechnet nun damit, dass der Abgleich der Stammdaten über das zu erwartende GKV-Änderungsgesetz kommt.

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