Ärzte Zeitung, 25.05.2010

Unternehmen wollen Projekt zur neuen Karte voranbringen

Brief an Rösler: Umsetzung der Telematikinfrastruktur wäre in zwei Jahren möglich

BERLIN (ger). Die Industrie drückt bei der Umsetzung der elektronischen Gesundheitskarte aufs Tempo. Die Telematikinfrastruktur, die alle Akteure im Gesundheitswesen miteinander vernetzen soll, müsse noch in dieser Legislaturperiode in Betrieb genommen werden. Das fordern mehrere am Projekt beteiligte Unternehmen in einem Brief an Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP).

Unternehmen wollen Projekt zur neuen Karte voranbringen

Mobiles Kartenterminal für die eGK: Die Industrie hat viel investiert. © Sagem Monétel

Inzwischen haben sich auch Kassenvertreter der Startregion Nordrhein geäußert: "Der Zeitplan ist über den Haufen geworfen", so Wilfried Jacobs, Vorstandschef der AOK Rheinland/Hamburg, in einem Gespräch mit der dpa.

Der Brief zur Entwicklung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK), der der "Ärzte Zeitung" vorliegt, ist unter anderem unterschrieben von Vorständen und Geschäftsführern der Unternehmen CompuGROUP, T-Systems, MedatiXX, ICW und Cisco Systems. In dem Schreiben, das auch an KBV-Vorstand Dr. Carl-Heinz Müller und an Dr. Doris Pfeiffer vom GKV-Spitzenverband gerichtet ist, stellt die Initiative fünf Thesen zur Umsetzung der eGK auf.

Die Branche sei weiter für das Projekt engagiert, sagte Uwe Eibich vom Vorstand der CompuGROUP AG auf Anfrage. "Aber jetzt muss etwas passieren, die Unternehmen sind am Ende ihrer Leidensfähigkeit." Der Wirkbetrieb einer Telematikinfrastruktur sei "innerhalb eines Zeitraumes von bis zu zwei Jahren bundesweit" erreichbar, heißt es in dem Brief. Der Datenschutz sei für die Industrie "unantastbar", so Eibich, "Lösungen dafür gibt es schon heute". Durch eGK und Telematikinfrastruktur sei über "intelligent vernetzte Medizin" eine Steigerung der Effektivität des Systems um "einen zweistelligen Milliardenbetrag" möglich. Die Effizienzgewinne hülfen, die beste Therapie für alle Patienten möglich zu machen. Oder sie hülfen, mit den bestehenden Ressourcen die Anforderungen der Zukunft zu meistern, so Eibich.

Die Unternehmen haben auch ein eigenes Finanzierungsmodell vorgeschlagen, um die Einführungskosten im Rahmen zu halten. "Die Industrie bietet ihre Leistungen auf Basis eines transaktionsorientierten Vergütungssystems zur Deckung der Investitionen an", heißt es in dem Schreiben.

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