Ärzte Zeitung online, 28.09.2011

Kartenleser mutieren zum Schlager

Erst abgelehnt, dann doch gekauft: Die Kartenleser erobern die deutschen Arztpraxen. Die Vertragsärzte rüsten für die elektronische Gesundheitskarte eifrig auf. 80 Prozent haben bereits neue Kartenleser - und täglich werden es mehr.

Kartenleser gehen weg wie warme Semmeln

Wenn alle bestellten Kartenleser installiert sind, sind 92 Prozent der Arztpraxen mit einem Gerät ausgestattet.

© dpa

BERLIN (af/ger). Die Akzeptanz der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) bei den Vertragsärzten ist offenbar höher als gedacht.

Wenn alle bestellten neuen Kartenleser in den Praxen installiert sind, werden etwa 92 Prozent der Vertragsärzte mit den neuen Geräten ausgestattet sein. Das geht aus aktuellen Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigungen hervor.

80 Prozent haben die Geräte schon installiert

Aktuell haben im Bundesdurchschnitt 80 Prozent der Vertragsärzte die neuen Kartenlesegeräte installiert.

Das teilte Wilhelm Wilharm, E-Health-Berater bei der KV Niedersachsen und für die KVen Koordinator in Sachen neue Kartenlesegeräte, bei einer Veranstaltung der Betreibergesellschaft gematik zur neuen Gesundheitskarte mit.

85 Prozent zum Monatsende

Zum Monatsende würden es 85 Prozent sein. Und wenn dann alle bis Ende September bestellten Lesegeräte installiert seien, so die Hochrechnung Wilharms, werde man auf eine Abdeckung mit neuen Lesegeräten bei den Vertragsärzten von etwa 92 Prozent kommen.

Bei einigen Herstellern gibt es immer noch längere Lieferfristen, weil sie vom Ansturm der Ärzte überrascht worden seien, so Wilharm.

Wer bis Ende des Monats ein Gerät bestellt, erhält Förderung

Hinzu kämen etwa fünf Prozent der Vertragsärzte, die zumindest ein älteres MKT-Gerät haben und damit in der Startphase der eGK die Karte einlesen können. Sie müssten dann neue Kartenleser nachrüsten, wenn die Online-Anwendungen der eGK eingeführt werden.

Hintergrund: Ärzte, die eine Förderpauschale in Höhe von bis zu 850 Euro bekommen wollen, müssen bis Ende des Monats ein Gerät bestellt haben.

In der Regel keine Probleme beim Einlesen der Karte zu erwarten

Patienten, die, wie geplant, in den kommenden Monaten mit der neuen eGK ausgestattet werden, sollten aufgrund des hohen Ausstattungsgrades in den Praxen damit in der Regel keine Probleme beim Einlesen der Karte haben.

Noch keine Angaben wurden auf der gematik-Veranstaltung dazu gemacht, wann die medizinischen Anwendungen der Karte verfügbar sein werden. Derzeit ist die eGK so eingerichtet, dass ihre Funktionalität weitgehend identisch mit der aktuellen Krankenversichertenkarte ist.

BITKOM begrüßt Ausgabe der Gesundheitskarte

Unterdessen hat der Herstellerverband BITKOM die am 1. Oktober beginnende Ausgabe der neuen Gesundheitskarte begrüßt.

"Die Krankenkassen sollten freiwillig über die geforderten zehn Prozent hinaus gehen und möglichst bald alle Versicherten mit der Karte versorgen", sagte Professor Dieter Kempf, Präsident des BITKOM.

Zustimmung wachse

In der Bevölkerung wachse die Zustimmung zur eGK. Rund 70 Prozent der Bundesbürger seien für die Karte, wie eine Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM kürzlich ergeben habe. Bei der letzten Erhebung 2009 waren es erst 59 Prozent.

"Die Bürger sehen die Vorteile der elektronischen Gesundheitskarte inzwischen offenbar sehr deutlich. Dies ist ein Auftrag an die Politik und alle Beteiligten, die Karte schnellstmöglich flächendeckend verfügbar zu machen und sie mit zusätzlichen Funktionen auszustatten", sagte Kempf.

Je jünger, desto stärker der Zuspruch

Je jünger die Befragten, desto stärker der Zuspruch. Mehr als vier Fünftel der unter 30-Jährigen wünschten sich die Einführung der Karte. Aber auch unter Senioren (65 Jahre und älter) befürworte sie eine solide Mehrheit von 55 Prozent.

Im Auftrag des BITKOM habe das Meinungsforschungsinstitut Aris deutschlandweit 1006 deutschsprachige Personen ab 18 Jahren befragt. Die Umfrage ist nach BITKOM-Angaben repräsentativ.

[29.09.2011, 22:25:02]
Dr. Jürgen Thorwart 
Journalistisch unzureichend
Haben sich die AutorInnen Gedanken gemacht, bevor sie den Artikel geschrieben haben? Aus den (hohen) Verkaufszahlen eine Akzeptanz des Projekts zu lesen ist einfach abwegig. Ich habe das Gerät gekauft, weil ich erstens nur innerhalb der jeweiligen Frist den Preis erstattet bekomme und zweitens sonst ab Oktober bestimmte Karten (eGK) nicht mehr in das System einlesen könnte. Das hat nicht im geringsten etwas mit Zustimmung zur eGK zu tun!
MfG
Dr. Jürgen Thorwart
Eichenau
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