Ärzte Zeitung, 11.06.2014

E-Card

Schwache Beteiligung an Feldtests in Bayern

Bis jetzt wollen nur sehr wenige Praxen in Bayern am Test der elektronischen Gesundheitskarte teilnehmen. Unterdessen arbeitet die KV Bayerns an der Einführung zweier neuen Netzvarianten.

MÜNCHEN. Der Zeitplan für den Online-Rollout der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) in den Praxen der Testregion Südost, zu der auch Bayern gehört, wird nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) "mit Sicherheit" nicht eingehalten.

Die Zahl teilnehmender Praxen sei mit nur 495 Erst-Interessenten (Stand Mitte Mai) offenbar sehr gering, erklärte die stellvertretende KVB-Vorsitzende Dr. Ilka Enger bei der Vertreterversammlung. Auch gebe es keine verlässlichen Informationen zu den nächsten Umsetzungsschritten.

Offenbar liege der Fokus auf dem Versicherten-Stammdatenmanagement, während das Thema qualifizierte elektronische Signatur und elektronischer Arztbrief vernachlässigt werde, kritisierte Enger.

Fördermittel für KV-SafeNet

Vor diesem Hintergrund sei es genau die richtige Strategie gewesen, dass sich die KVB auf den Aufbau des Sicheren Netzes der KVen (SNK) konzentriere, erklärte Enger.

Mit einer Übergangsfrist bis Mitte 2015 werde das KV-WebNet, das in Bayern KV-Ident heißt, abgeschafft und durch zwei neue Anbindungsvarianten, die auch parallel genutzt werden können, ersetzt.

Die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten können dann zwischen dem flexiblen "KV-Ident plus" sowie dem umfassenden und sehr sicheren "KV-SafeNet" wählen. Im 4. Quartal 2014 werde ein Förderprogramm aufgelegt, um mehr Mitglieder für KV-SafeNet zu gewinnen.

Mitglieder, die sich für die Anschaffung eines KV-SafeNet-Anschlusses entscheiden, sollen mit 1000 Euro pro Praxis gefördert werden, Praxen, die bereits einen Anschluss haben, können 600 Euro pro Praxis bekommen.

Als Alternative oder zur parallelen Nutzung etwa zu Hause biete die KVB ihren Mitgliedern voraussichtlich zum Jahresende KV-Ident plus mit einem sicheren eToken und einer Tunnelverbindung an.

Der Vorteil von KV-Ident plus, so Enger: Die Lösung sei kostengünstig, flexibel und es sei keine Vertragsbindung oder Fremdhardware erforderlich. (sto)

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