Ärzte Zeitung, 11.03.2016

Kommentar zum E-Arztausweis

Ladenhüter mit Perspektive

Von Hauke Gerlof

Manche eingespielte Abläufe halten sich zäh im Praxisalltag - selbst dann, wenn es bereits Lösungen gibt, die Zeitersparnisse versprechen. So ist es wohl auch mit der elektronischen Kommunikation via Arztbrief: Die Technik für den sicheren Versand ist theoretisch längst vorhanden.

Doch obwohl der Versand per Datenleitung eigentlich einfacher ist, als einen Brief auszudrucken, ihn einzutüten, zur Post zu bringen und dann in der Empfängerpraxis womöglich wieder einzuscannen, hat sich das neue Verfahren aus mancherlei Gründen noch nicht durchgesetzt.

Nun sind die Standards etabliert, da kommt ein alter Ladenhüter wieder in den Blick: der elektronische Arztausweis. Mit dem E-Health-Gesetz, das die qualifizierte Signatur von Arztbriefen zur Voraussetzung einer Förderung macht, wird es sich vor allem für Ärzte aus Fachgruppen, die viele Briefe schreiben, rechnen, den Arztausweis einzusetzen.

Insofern war es ein kluger Schachzug der Ärzte, diese Änderung des E-Health-Gesetzes noch in letzter Minute durchzusetzen. Denn der E-Arztausweis ist die Voraussetzung für viele sichere Anwendungen mit der Gesundheitskarte und darüber hinaus. Ist er einmal in der Praxis, werden sich die neuen Anwendungen leichter durchsetzen.

Lesen Sie dazu auch:
2016: Durchbruch für E-Arztausweis?

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