Ärzte Zeitung, 22.08.2016

Medikationsplan

Das zähe Ringen ums Honorar

Noch gehen die Vorstellungen von KBV und Kassen beim Honorar für den Medikationsplan offenbar weit auseinander. Klein beigeben will die KBV aber nicht.

BERLIN. "Für diese völlig neue Leistung müssen die Krankenkassen schon Geld in die Hand nehmen", fordert KBV-Vize Regina Feldmann nun. Gemeint sind das Erstellen des Medikationsplans und die dazugehörige Beratung des Patienten durch den Arzt. Beides greift ab Oktober - denn von da an haben Patienten, die regelmäßig drei oder mehr Medikamente gleichzeitig anwenden laut E-Health-Gesetz einen Anspruch auf den Plan. Nur, die Vergütungsregelung, auf die sich Kassen und KBV eigentlich bis zum 30. Juni einigen sollten, steht noch immer nicht.

"Derzeit sind wir in Sachen Honorar mit dem GKV-Spitzenverband noch weit auseinander", sagt Feldmann. Demnächst gebe es ein Spitzengespräch zwischen beiden. "Wenn wir uns nicht einigen können, dann muss wohl das Bundesschiedsamt eingeschaltet werden", so Feldmann weiter.

Angesichts des Aufwands, der auf die Ärzte zukommt, fordert die KBV eine angemessene Vergütung. "Wenn der Medikationsplan die Sicherheit der Arzneimitteltherapie erhöhen soll, muss er umfassend und verantwortungsvoll erstellt werden", betont Feldmann. Dafür müssten die Ärzte auch die Medikamente erfragen und dokumentieren, die die Patienten sich in der Apotheke gekauft oder von anderen Kollegen verordnet bekommen haben. Hinzu komme die Aufklärung und Beratung zu den Präparaten. Feldmann: "Das alles funktioniert nicht zwischen Tür und Angel."Laut Feldmann ist die Zahl der Anspruchsberechtigten hoch. Wie viele genau es seien, könne aber noch niemand voraussehen. Nach Berechnungen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) haben nahezu 20 Millionen gesetzlich versicherte Patienten einen Anspruch (wir berichteten). (reh)

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