Ärzte Zeitung, 16.02.2009

CeBIT setzt 2009 stärker auf Medizin

TeleHealth wird erstmals an allen sechs Messetagen ausgerichtet / CME-Fortbildung für Ärzte

HANNOVER (cben). Die weltgrößte Computerschau CeBIT in Hannover vom 3. bis 8. März setzt in diesem Jahr stärker als je zuvor auf computergestützte medizinische Anwendungen. Die TeleHealth wird auf die Gesamtdauer der CeBIT verlängert.

Im März werden die CeBIT-Fahnen wieder vor dem Messegelände in Hannover wehen.

Im März werden die CeBIT-Fahnen wieder vor dem Messegelände in Hannover wehen.

Foto: ddp

Im vergangenen Jahr zeigten rund 50 Aussteller während der CeBIT zwei Tage lang ihre Produkte auf der TeleHealth. "In diesem Jahr wird die TeleHealth erstmals an sechs Tagen ausgerichtet und in der Halle 9 zusammen mit den Bereichen ,Public Sector‘ und ,Future Park‘ präsentiert", sagte Ann-Katrin Seibt von der CeBIT. Viele Anbieter würden ihre Ausstellungsflächen für medizinische Anwendungen deutlich erweitern. "Außerdem haben wir einige neue Aussteller wie Robert Bosch, Phillips, Wincor Nixdorf, Siemens und so weiter für die TeleHealth gewinnen können", erklärte Seibt.

Besonders interessant dürfte der Gesundheitsparcours "Future Care" in Halle 9 sein. Hier können unter anderem eine Arztpraxis, die Notfall-Ambulanz eines Krankenhauses, ein Rettungswagen und eine Apotheke besucht werden. Der Parcours soll praktische Anwendungsbeispiele von IT-Lösungen im medizinischen Alltag demonstrieren. Auf den zwei moderierten Rundgängen wird auch gezeigt, wie IT in der Nachsorge, der Pflege sowie dem betreuten Wohnen eingesetzt werden kann.

Beim Telemonitoring steht die Versorgung von KHK- und Diabetes-Patienten im Mittelpunkt. Hier bietet etwa das Fraunhofer Institut für Photonische Mikrosysteme (IPMS) aus Dresden mit dem "SysVital"-System zum Monitoring von KHK-Patienten eine Messeneuheit. Das System besteht aus einem integrierten Bewegungssensor und EKG-Gerät, das am Körper getragen wird, und einem kleinen Laptop, der in der Wohnung des Patienten installiert ist, so Moritz Fischer vom IPMS. Der Sensor erfasst gleichzeitig die Bewegung des Körpers und den Puls des Patienten. Durch die Kombination der Werte untereinander könne die Diagnose deutlich verbessert werden. So werde etwa die Herzrate in Verbindung mit der Bewegungsanstrengung beurteilt. Behandelnde Ärzte können alle Daten via Internet auf dem Patientenrechner abfragen.

Am 5. und 6. März laden die Veranstalter zum TeleHealth Fachkongress mit Symposien, Workshops und Best-Practice-Vorträgen ein. CeBITBesucher können den Kongress kostenlos besuchen. Ärzte erhalten pro Kongresstag sechs CME-Punkte. Der TeleHealth-Kongress wird von der Landesärztekammer Niedersachsen als zertifizierte Fortbildungsveranstaltung anerkannt.

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