Ärzte Zeitung, 26.02.2010

Fachgesellschaft: Telemedizin hat Probe bestanden

BERLIN (maw). Die Telemedizin hat ihre praktische Nagelprobe in Deutschland schon bestanden. Das versichert die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin (DGTelemed) in einem aktuellen Positionspapier. Allein der politische Wille zur Integration der Lösungen in den medizinischen oder klinischen Regelbetrieb fehle, schreibt die Organisation.

Fachgesellschaft: Telemedizin hat Probe bestanden

Telemedizin in Deutschland funktioniert gut, sagen Experten, nur die Politik zieht nicht mit. © Yanik Chauvin / fotolia.com

Die DGTelemed hat anlässlich eines Gesprächs mit Vertretern des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) ein Positionspapier zur nachhaltigen Anwendung von Telemedizin veröffentlicht. Darin stellen die Autoren fest, dass es in Deutschland inzwischen eine Reihe von Projekten gebe, die den medizinischen und teilweise auch ökonomischen Nutzen beim Einsatz von Telemedizin nachgewiesen hätten.

"Aber es krankt vor allem daran, dass es nach Abschluss eines Projekts meist nicht gelingt, dieses in den medizinischen oder klinischen Regelbetrieb zu überführen. Hier sind Politik und Selbstverwaltung gefragt, Strukturen für die Finanzierung telemedizinischer Leistungen zu schaffen beziehungsweise die bereits gegebenen Möglichkeiten umzusetzen", appellieren die Telemedizin-Experten an die gesundheitspolitisch Verantwortlichen.

Ziel telemedizinischer Anwendungen sei eine deutliche Kostenreduzierung bei gleichzeitiger Verbesserung der Qualität in der medizinischen Versorgung. Der Telemedizin komme bei der Bewältigung der anstehenden Aufgaben eine Schlüsselrolle zu. Nach Ansicht der DGTelemed könne die innovative Telemedizin zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung und zu Kostensenkungen im Gesundheitswesen beitragen. Allein bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen könnte die Telekardiologie die jährlichen Kosten um mindestens ein Drittel senken.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Diabetes-Risiken sind alarmierend häufig

Mehr als 21.000 Passanten in Einkaufszentren haben in den vergangenen zehn Jahren bei der Aktion "Gesünder unter 7" ihr Diabetes-Risiko abklären lassen. Die Ergebnisse sind dramatisch. mehr »

"Man schafft viel"

Anja Junker ist "Ärztin ohne Grenzen": Vier Einsätze in Afrika und Südamerika hat die 43-Jährige für die Organisation absolviert. Manche brachten sie an die Grenze der Erschöpfung. mehr »

Lösung für Hygienemuffel

Ärzte in Kliniken sind anscheinend oft größere Hygienemuffel als ihre Patienten. Denn sie desinfizieren sich seltener die Hände – gerade in sensiblen Bereichen. mehr »