Ärzte Zeitung, 26.01.2016

Anlagen-Kolumne

Abwarten bei Aktien angesagt

Das Börsenjahr startet schlecht wie nie - doch Anleger sollten jetzt nicht in Panik verfallen.

Von Jens Ehrhardt

Abwarten und Abwägen sind angesagt

Mit dem schlechtesten Jahresstart in der Börsengeschichte wurde der gesamte Gewinn von zehn Prozent des Jahres 2015 binnen weniger Tage ausradiert.

Dass die Zeiten schwieriger werden, war abzusehen, aber diese Reaktion hat vermutlich niemand auf der Rechnung gehabt.

Die positiven Jahresausblicke und die zuversichtlichen Erwartungen der Banken stehen nun auf dem Prüfstand. Die jahrelange Argumentation für die Alternativlosigkeit von Aktien in einem Niedrigzinsumfeld ist durchaus nachvollziehbar, allerdings zeigt die aktuelle Reaktion auch, dass die Investoren durchaus auch Cash-Haltung vorübergehend als Alternative haben.

Nach sechs Jahren relativ stetiger Aufwärtsentwicklung könnten die Investoren jetzt beginnen, die Bewertungen der Aktien genauer zu hinterfragen - und da gibt es immer Licht und Schatten. In den nächsten Monaten wird man sich vermutlich mehr auf die Analyse der Schattenseiten konzentrieren.

Was tun nach rund zehn Prozent Verlust seit Jahresanfang? - Wie immer sind Panik und Gier keine guten Ratgeber. Genauso wie es keine gute Idee ist, Aktien nur deshalb zu kaufen, weil der Kurs gestiegen ist, sollte man jetzt nicht blind verkaufen, nur weil die Aktien gefallen sind. Auch in einem Bärenmarkt, der laut gängiger Definition nach 20 Prozent Kursverlust vom Top beginnt, gibt es Zwischenerholungen.

Erholungen sollten vorsichtige Investoren für Verkäufe nutzen, um im Jahr 2016 lieber mit angezogener Handbremse, sprich mit geringer Aktienquote, zu fahren.

Auch sollte man sich auf den Sinn und Zweck von Aktieninvestitionen besinnen und Aktien nicht nur wegen potenzieller Kursgewinne, sondern vor allem wegen guter und sicherer Dividendenrendite kaufen. Im Durchschnitt ist diese für den DAX zumindest wieder auf knapp über drei Prozent gestiegen.

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