Ärzte Zeitung, 16.03.2016

Anlagen-Kolumne

Kommt die Trendwende an den Börsen?

Von Jens Ehrhardt

Kommt die Trendwende an den Börsen?

Eine der wichtigsten Regeln an der Börse lautet "folge dem Trend". Es macht erfahrungsgemäß keinen Sinn, sich gegen etablierte Trends zu stellen, denn diese laufen meist länger als man vermutet.

Natürlich muss man stets mitdenken, sich informieren und nicht nur blind der vorherrschenden Bewegung folgen. Nicht selten sind aber die Entwicklungen an den Börsen, durch die Intelligenz der Masse, eine gute Indikation für folgende Ereignisse, die der Einzelne schwer vorab antizipieren kann.

Die Börse ist für die Konjunktur durchaus ein besserer Frühindikator als anders herum. Aber auch wenn die Börse nicht Recht hat, ist es nicht ratsam, stur auf der eigenen Meinung zu beharren, selbst wenn sie sich irgendwann doch als richtig herausstellt.

Entscheidend sind zwei Dinge: Zum einen sollte man Trendwechsel rechtzeitig erkennen und zum anderen sollte man versuchen, emotionale Übertreibungen zu identifizieren.

Was bedeutet das angewandt auf die aktuelle Situation? Zum einen ist der langfristige Aufwärtstrend an den Börsen bereits gebrochen. Zum anderen zeigen gleichgewichtete anstelle von marktkapitalisierungsgewichteten Indizes (große Unternehmen haben mehr Einfluss als kleinere), dass die US-Börse bereits seit Mitte vergangenen Jahres fällt und nur wenige große Aktien die Indizes oben hielten. Diese zwei sehr simplen Indikatoren sprechen für ein Ende des langjährigen Aufwärtstrends.

Die aktuellen Stimmungsindikatoren geben Spielraum für eine kurzfristige Erholung, aber mit einem Horizont von 12-18 Monaten sollten Anleger eine Wiederaufnahme des Aufwärtstrends abwarten, bevor sie sich mit zu hohen Investitionsquoten engagieren.

Wirklich antizyklische Anleger können sich breite Öl- und Rohstoffindizes anschauen. Vorsichtigere Investoren warten darauf, dass sich hier ein Aufwärtstrend etabliert.

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