Ärzte Zeitung, 30.04.2008

Mit Luxus werden auch in der Krise solide Gewinne erzielt

Analysten empfehlen Aktien von Spezialisten für den gehobenen Konsum

NEU-ISENBURG. Rezessionsgefahren in den USA, Angst vor einem Ende des noch jungen Wirtschaftsaufschwungs in Deutschland. Egal, sagen Analysten - eine Branche wird in jedem Fall weiterhin solide Gewinne erwirtschaften: die Luxusgüter-Industrie.

Von Richard Haimann

Tiffany: Wer hier einkauft, braucht sogar in der Krise nicht zu sparen.

Foto: Imago

Seit November ist die Aktie von Tiffany (ISIN US8865471085) um rund 20 Prozent gefallen. Börsianer fürchten, dass der Schmuckhändler wegen der Rezession in den USA dieses Jahr kleine Brötchen backen muss. Ganz anders sieht das die Analystin Lauren Cooks. Sie hat die Aktie gerade zum Kauf empfohlen und weiß sich dabei in Gesellschaft anderer Analysten.

Die Logik dahinter ist simpel: Tiffany-Kunden sind so reich, dass sie es sich problemlos inmitten einer Rezession leisten können, weiter in den Luxusläden des Unternehmens einzukaufen. Ein Unternehmen, das problemlos in großer Zahl diamantenbesetzte Halsbänder zu Preisen von umgerechnet rund 94 000 Euro verkaufen kann, hat nicht mit den Absatzproblemen gewöhnlicher Einzelhändler zu kämpfen.

Auch in flauen Zeiten brauchen die Kunden neue Jeans

Rund 22 Prozent im Minus seit dem Jahreshoch 2007 ist die Aktie des französischen Konzerns LVMH (ISIN FR0000121014). Unter dessen Dach sind nicht nur die namensgebenden Luxusmarken Louis Vuitton, Moet und Hennessy gebündelt, sondern auch Uhrenhersteller wie TAG Heuer und Zenith sowie Kosmetikproduzenten wie Christian Dior und Givenchy.

Analysten von J. P. Morgan Securities halten den Kurssturz für übertrieben und haben die Aktie mit "Übergewichten" eingestuft. Als rezessionsresistent schätzen einige Analysten auch die Aktie des US-Textilkonzerns VF (ISIN US9182041080) ein. Die Experten von Thomas Weisel Partners (TWP) empfahlen gerade den Einstieg in den Wert mit einem Kursziel von 96 US-Dollar. Das entspräche einem Plus von rund 37 Prozent über der aktuellen Notierung.

VF ist kein Luxushersteller, sondern setzt auf Jeans und Outdoorausrüster (Marken: Wrangler, Lee, The North Face oder Eastpak). Wichtig für Anleger: Die VF-Aktie ist zwar auch an den Börsen Berlin und Frankfurt gelistet. Allerdings werden dort nur wenige Papiere gehandelt, was die Preisbildung erschwert. Die Papiere sollten daher direkt über die New Yorker Börse gekauft werden.

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