Ärzte Zeitung, 28.05.2008

KOMMENTAR

Wichtige Botschaft an Ärztinnen

Von Martin Wortmann

Das ist eine gute Nachricht vom Bundessozialgericht (BSG) in Kassel: Trotz Pflichtmitgliedschaft in einem berufsständischen Versorgungswerk können Kindererziehungszeiten den Anspruch auf eine gesetzliche Rente begründen. Das höchstrichterliche Urteil beinhaltet zwei Botschaften.

Die erste geht nach Berlin. Denn das BSG unterstützt die langjährige Forderung der berufsständischen Versorgungseinrichtungen nach staatlichen Zuschüssen für Kindererziehungszeiten. Auch nach Überzeugung der Richter wäre dies die beste Lösung, um dem verfassungsrechtlich gebotenen Schutz der Familie gerecht zu werden.

Bislang freilich ist die Politik dem nicht gefolgt. Daher geht die zweite Botschaft an die erziehenden Eltern. Sie sollten ihre Ansprüche sofort bei der Deutschen Rentenversicherung geltend machen. Fünf Beitragsjahre sind erforderlich, um später eine gesetzliche Rente zu bekommen. Je Kind werden drei Jahre angerechnet, für vor 1992 geborene Kinder allerdings nur ein Jahr.

Heute reichen daher schon zwei Kinder aus, um einen eigenständigen Rentenanspruch zu erwerben. Angehende Ärztinnen, die noch nicht wissen, wie viele Kinder sie haben werden, sollten überlegen, ob sie beim Eintritt in die Ärzteversorgung nicht auf die übliche Erstattung bisheriger gesetzlicher Rentenbeiträge zumindest vorerst verzichten. Denn mit einem Kind können schon zwei frühere Beitragsjahre später die gesetzliche Rente sichern.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Therapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »