Ärzte Zeitung, 28.07.2008

Mit dem richtigen Produkt mehr Geld im Ruhestand

Breite Renditespanne bei privaten Rentenversicherungen /  Hohe Anfangsausschüttungen führen später zu niedrigeren monatlichen Zahlungen

ARTLENBURG (hai). Bei der privaten Rentenversicherung liegen die Renditeergebnisse der Anbieter weit auseinander. Wer das richtige Produkt wählt, hat im Alter viel mehr Geld zur Verfügung. Das zeigt eine neue Studie des Brancheninformationsdienstes Map-Report.

Die Artlenburger haben untersucht, welche Erträge ein Einmalbetrag von 50 000 Euro abgeworfen hat, der bei Eintritt in das Rentenalter in eine private Rentenversicherung eingezahlt wurde.

Erfolgte die Zahlung im Jahr 1990, können sich Kunden der R +V Versicherung besonders freuen: Mit insgesamt 95 788 Euro zahlte diese Assekuranz in den vergangenen 18 Jahren die höchste Summe aus. Bei der Neuen Leben hingegen waren es 83 606 Euro. "Im Schnitt summierten sich die monatlichen Renten bis heute auf 91 086 Euro", sagt Studienautor Manfred Poweleit.

Allerdings sieht das Ergebnis ganz anders aus, wenn Einzahlung und Rentenbeginn im Jahr 1995 erfolgt wären. Dann führt die Debeka mit einer ausgeschütteten Gesamtrentenleistung von 67 558 Euro die Rangliste an, gefolgt von der Volksfürsorge mit 65 810 Euro. Kunden der R + V Versicherung hingegen haben in den vergangenen 13 Jahren 62 499 Euro zurückerhalten. Diese Summe übersteigt noch die 61 410 Euro, die dem Durchschnitt der Ausschüttungen aller Assekuranzen entspricht.

Assekuranzen bieten individuell gestaltete Verträge an.

Die Differenzen resultieren zum Teil aus unterschiedlichen Anlagestrategien der Versicherungen. Entscheidend ist jedoch vor allem das Ausschüttungsverfahren. "Einige Assekuranzen zahlen in den Anfangsjahren vergleichsweise hohe Beträge aus", sagt Poweleit. Davon profitieren Versicherte mit geringer Lebenserwartung und Rentner, die sich in den ersten Jahren des Ruhestands mehr leisten wollen. Allerdings mindern hohe Anfangszahlungen den Kapitalgrundstock oder lassen ihn nur noch geringfügig wachsen, so dass in späteren Jahren deutlich geringere Erträge erwirtschaftet werden können.

Manche Assekuranzen mussten deshalb die monatlichen Zahlungen sukzessive zurückfahren. So zahlte der Studie zufolge die Allianz bei einem Rentenbeginn im Jahr 1990 zunächst monatlich 432,35 Euro aus. Zu Beginn dieses Jahres waren es nur noch 364,50 Euro. Bei der Hamburg-Mannheimer ging die monatliche Auszahlung im selben Zeitraum von anfänglich 416,23 Euro auf 344,46 Euro zurück.

Anders sieht es bei Versicherungen aus, die am Anfang eher geringe Beträge auszahlten. "Hier stiegen die monatlichen Rentenleistungen mit den Jahren an", sagt Poweleit. So erhielten nach der Map-Report-Untersuchung Kunden der Iduna 1990 lediglich eine monatliche Rente von 307,79 Euro. Zu Beginn dieses Jahres waren es dafür jedoch 483,67 Euro - 57 Prozent mehr als zu Rentenbeginn.

Inzwischen bieten die meisten Assekuranzen ihren Versicherten durch unterschiedliche Tarife, die Wahl, ob zu Rentenbeginn vergleichsweise hohe oder niedrige Zahlungen erfolgen sollen. Viele Berater empfehlen die progressive Variante, damit mit steigendem Alter das Pflegerisiko besser abgedeckt werden kann. "Doch viele Kunden wollen lieber in den ersten Rentenjahren über mehr Geld verfügen", sagt ein Sprecher eines Versicherungskonzerns.

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