Ärzte Zeitung online, 07.10.2008

Bundesbürger sind bei der Altersvorsorge zu sorglos

BERLIN (dpa). Die Bundesbürger nehmen einer Umfrage zufolge ihre zusätzliche Altersvorsorge nicht ernst genug. Im vergangenen Jahr legten sie dafür mit 188 Euro sieben Prozent weniger Geld zurück als 2006. Da waren es bei den meisten im Schnitt noch 204 Euro.

Das geht aus einer Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Postbank hervor, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Für die Studie wurden 1786 Bundesbürger über 16 Jahren befragt.

Bei der Befragung gaben 52 Prozent der Befragten an, dass sie keinen Ausbau der privaten Altersvorsorge planen. Inzwischen wurden in Deutschland fast zwölf Millionen Verträge für die staatlich geförderte Riester-Rente abgeschlossen.

Von den Teilnehmern der Studie glauben 41 Prozent, fürs Alter ausreichend vorgesorgt zu haben. 40 Prozent - also fast ebenso viele - sehen das nicht so. Die Inflation spielt den Angaben zufolge für 54 Prozent der Befragten keine Rolle bei der Vorsorgeplanung. Nur 11 Prozent setzen darauf, den Kaufkraftschwund auf lange Sicht durch dynamisierte Sparverträge auszugleichen. Post-Vorstand Michael Meyer zeigte sich über diese Sorglosigkeit beunruhigt.

Obwohl die Bürger bei sich selbst von einer Lebenserwartung von durchschnittlich 83 Jahren ausgehen, berücksichtigen 44 Prozent diesen längeren Ruhestand nicht bei ihrer Finanzplanung. Zunehmend ausgeprägt ist aber der Wunsch nach Wohneigentum: 65 Prozent halten ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung der Studie zufolge für die "ideale Form der Alterssicherung". 12 Monate zuvor waren es 58 Prozent.

Ungeachtet der Turbulenzen an den Finanzmärkten halten immer noch 45 Prozent der Berufstätigen private Vorsorge für sicherer als die staatliche Rente. 38 Prozent sehen das aber anders. 47 Prozent halten nichts davon, die Förderung der privaten Altersvorsorge zur Stabilisierung der gesetzlichen Rente abzuschaffen. 26 Prozent sprachen sich dafür aus.

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