Ärzte Zeitung online, 14.10.2008

Institute warnen vor Rezession - Job-Boom geht 2009 zu Ende

BERLIN (dpa). Die deutsche Wirtschaft steht nach Einschätzung der führenden Forschungsinstitute am Rande einer Rezession. Die Experten senkten ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum im nächsten Jahr drastisch von 1,4 auf 0,2 Prozent.

Dies geht aus dem am Dienstag in Berlin vorgestellten Herbstgutachten der Institute hervor. Falls die Finanzkrise voll auf die produzierende Wirtschaft durchschlagen sollte, halten die Institute einen noch stärkeren Rückgang für möglich.

In einem Risikoszenario warnen sie davor, dass die Wirtschaftsleistung 2009 im Jahresschnitt sogar um 0,8 Prozent schrumpfen könnte. Dies sei zwar unwahrscheinlich. "Das Risiko, dass die geschilderte ungünstigere Entwicklung eintritt, hat sich in den vergangenen Wochen aber vergrößert", schreiben die Experten. Für 2008 erwarten sie unverändert ein Wachstum von 1,8 Prozent.

Die schwächere Weltwirtschaft dürfte gerade den Exportweltmeister Deutschland treffen. Der Job-Boom läuft laut Gutachten im nächsten Jahr aus. "Am Jahresende werden rund 350 000 Menschen weniger beschäftigt sein als zu Jahresbeginn." Die Arbeitslosenquote werde 2008 und 2009 aber konstant bei 7,5 Prozent liegen. Wegen sinkender Energiepreise werde die Preissteigerung gebremst. Die Inflationsrate gehe von 2,8 Prozent in diesem Jahr auf 2,3 Prozent im Jahr 2009 zurück.

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